Mittwoch, 30. November 2011

Ein erwachtes Leben


Nichts ist leichter, als ein erwachtes Leben zu führen. Du beendest den Widerstandskampf gegen die eigene Seele. Du gibst den Widerstand gegen ein Mysterium auf, welches letztlich Du selbst bist.

Ja - es gibt ein Preisschild. Ein erwachtes Leben hat einen Preis.

Du müsstest zum Beispiel die Freiheit aufgeben verwirrt sein zu dürfen. Du müsstest die Rechte an Deinem Opferstatus abgeben. Du würdest den Platz in der Komfortzone verlieren und müsstest dann damit umgehen können, erfolgreich zu sein. Das ist der Preis.

Doch ein erwachtes Leben kostet letztlich weniger als ein Leben im Widerstand gegen das Mysterium. Denn am Ende zahlst nicht nur Du diesen Preis, sondern die ganze Welt.

Nichts ist leichter, als ein erwachtes Leben zu führen. Auf der mystischen Ebene weisst Du das immer. Erlaube dem Mysterium Dich zu überwältigen - das ist die einfache Antwort auf alles.

Mittwoch, 23. November 2011

Das neue WIR und die Einsamkeit


Das neue WIR wächst aus der Einsamkeit. Es braucht nichts kompliziertes dazu: Bleib in der Einsamkeit stehen. Ohne Konzepte von Dir, ohne Konzepte von Einsamkeit, ohne Konzepte von Sinn und Mission.

Einsam zu sein, das bedeutet, sich von dem loszulösen, was einem Trost, Wissen und Sicherheit spendet.
Wenn Du Buddhist bist, wirst Du nur ohne Buddha die Einsamkeit erfahren können - und dann zutiefst wissen, wer Buddha ist. Wenn Du Christ bist, wirst Du nur ohne Christus die Einsamkeit erfahren können - und dann zutiefst wissen, wer Christus ist.
Was immer Dich bis jetzt gehalten hat, es hält Dich jetzt nur noch fest. Was immer bis jetzt der feste Boden unter den Füßen war, es ist jetzt der Klotz an Deinem Bein.

Es ist nichts schwieriger als in diesem Moment das Herz offen zu halten und die Angst und den Schmerz und die Einsamkeit zu fühlen. Ohne Sinn und Verstand.
Mein Beruf ist es, Menschen in diesem Prozess zu begleiten. Einsamkeit auf gesunde Weise zu erfahren, bedeutet zwei Dinge zu berücksichtigen:

Erstens: Lebe weiter Dein Leben. Es ist äusserst wichtig zu verstehen, dass es hier um einen inneren Prozess geht, der Dich nicht von einem verantwortungsbewussten Leben entbindet – ganz im Gegenteil! Dein Job ist es, in Deinem sozialen Umfeld ganz für Dich und Deine Lieben da zu sein – während Du innerlich im Feuer der Einsamkeit stehst.
Ohne dieses verantwortungsvolle Leben – für Dich und Deine Lieben – ist diese Einsamkeit nur ein Ego-Trip.

Zweitens: Es hat nichts mit Deiner Person zu tun. Mach kein persönliches Drama daraus. Bilde Dir nicht ein, es hätte etwas mit Deinem persönlichen Karma, Schicksal oder sonst was zu tun. Stehe ganz unbemerkt in der Einsamkeit,  erfinde keine Opfer-Geschichte. Bleibe ein sozialer Mensch in der totalen Isolation.
Bleibe solange in der Einsamkeit, bis Dir die Einsamkeit nichts mehr sagt. Solange, bis Einsamkeit einfach Wort ist, mit dem Du nichts mehr verbindest.

Du wirst immer wieder versuchen von der Einsamkeit in die Gemeinsamkeit zu flüchten und genau das ist etwas, was das neue WIR nicht ist: Es ist kein Kollektiv von Menschen, auf der Flucht vor Einsamkeit. Das neue WIR erwächst nicht aus Bedürfnis.
Erst aus diesem seelenruhigen und geistigen Gestanden-Haben vor dem Mysterium der Einsamkeit, wächst das neue WIR.

Es gibt nichts besseres, was Du für das neue WIR tun kannst, als das, was Du jetzt gerade tust: Einsam sein. Lächelnd. Ohne Drama. Liebevoll und verantwortungsbewusst.
Biete Dich der Einsamkeit vollkomen dar und bleibe dabei in Verbindung mit allem.
Halte aus, dass beides wahr ist.  

Montag, 14. November 2011

Herzlich willkommen Erschütterung


Wenn Dir das Herz gebrochen wird und es so weh tut und Du im selben Augenblick gleichwertig empfinden kannst, dass diese Wunde im ewig heilen Herz blutet, wenn alles in Ordnung ist und es trotzdem weh tut, wenn Dich die Liebe zwingt, Dein Leben aus den richtigen Gründen ernst zu nehmen, wenn Du total abhängig von der Wahrheit bist, wenn Du die Erschütterung Deiner gesamten Existenz herzlich willkommen heisst -
dann...ja dann...lebst Du im Jahr 2011.
Leugnet es nicht: Es fühlt sich kein bisschen so an, aber:
Wir sind Helden.

Advent-Retreat: Meditation, Dialog, Training.
26. November 2011, 10:00-15:00 Uhr. 75,- Euro p.P. Torstrasse 1, 79650 Schopfheim. Anmeldung bei: Sekretariat.gronbach@gmx.net

Donnerstag, 10. November 2011

Einsamkeit erleben: Wach & aufrecht. Träumend & vertrauend

Advent-Retreat mit Sebastian Gronbach


Die kommende Adventzeit kann für unsere Seele zu einer Zeit der Prüfung werden. Viele Menschen werden wieder fühlen (und oft dieses Gefühl sofort zur Seite schieben), dass  die Einsamkeit intensiver wird. Sie wird uns fordern. Das einzige was man gegen die Einsamkeit tun kann, ist nichts dagegen zu tun.
Nichts dagegen zu tun, kann sich in zwei grundlegend verschiedenen Formen manifestieren. Beide sind für sich vollkommen:
Du kannst entweder wach & aufrecht in der Einsamkeit stehen, oder Du kannst Dich träumend & vertrauend von der Einsamkeit öffnen lassen.
Beiden Bewegungen ist eines gemeinsam: Sie weichen der Einsamkeit nicht aus. Sie nutzen das Aufwallen der Einsamkeit, um das Weiten & das Wachsen der eigenen Gestalt zu erforschen.
Wenn Du die Zeit des Wartens zu einer Zeit des Weitens & Wachsens machen willst, dann lade ich Dich herzlich zu einem 5-stündigen Seminar ein. Es ist auf sieben Personen begrenzt, kostet Dich 75,- Euro und wird in Schopfheim bei Basel stattfinden. Alle weiteren Infos stehen unten.
Worum geht es in der Adventszeit – mehr denn je?
Weiche der Einsamkeit nicht aus. Lass Dich von der Einsamkeit bewusst herabziehen – auf den Grund von allem. Wenn Du die letzte Einsamkeit kennst, kennst Du Dich selbst. Und alles hängt davon ab, dass Du Dir nicht ausweichst. Du kannst entweder wach & aufrecht in der Einsamkeit stehen, oder Du kannst Dich träumend & vertrauend von der Einsamkeit öffnen lassen. 
In jeder Adventswoche prüft uns die Einsamkeit anders.
In der ersten Adventwoche wirkt die Einsamkeit auf unseren Körper, den physischen Leib.
Als wollte die Einsamkeit uns beweisen, dass sie uns fest im Griff hat. Schnell haben wir das Gefühl: „Warum gerade jetzt und warum gerade ich?“. Verbinde Dich - auch wenn Du krank bist - so gut es geht mit dem Gedanken, dass Deine scheinbar ungerechte Lebenslage in einer Weltengerechtigkeit aufgehoben ist. Schaue achtsam auf Deinen Körper.
Fühle, dass Dein Unwohlsein, ein Ausgleich sein könnte. Er kann Dir helfen, etwas von Dir zu verstehen. Erlebe immer wieder Momente, in denen Deine einsame Ungerechtigkeit in einer großen, alle Wesen umfassenden Gerechtigkeit, ausgeglichen wird.
Übe Dich geduldig in dem Empfinden, dass diese Weltengerechtigkeit auch Dir gerecht werden wird und das dies bereits in einem höheren Sinn genau jetzt so ist. Vertraue darauf: Du bist Teil einer umfassenden Gerechtigkeit.
In der zweiten Adventwoche wirkt die Einsamkeit auf unsere subtilen Vitalkräfte, den Ätherleib.
Du wirst in dieser Zeit dadurch bemerken, dass beim Sprechen der Zynismus und die scharfer Kritik in Dir aufsteigen. Vielleicht wirst Du den Weihnachtskonsum der anderen Menschen besonders feurig verurteilen und Dich darin gleichermaßen einsam und heroisch fühlen – übe Dich Besonnenheit.
Erlebe in jedem verurteilenden Wort auch die andere Seite der Geschichte – das Kind was sich über ein Geschenk freut oder die Verkäufer, denen das Weihnachtsgeschäft ihren Lebensunterhalt sichert.
Halte in allen Wünschen, Gedanken und vor allem Worten das Maß und erlebe, wie sich gesundende Harmonie in Dir ausbreitet.
In der dritten Adventwoche wirkt die Einsamkeit auf das Reich unserer Gefühle, die emotionale Seite unserer Seele - unser Astralleib.
Je näher wir zum Eigentlichen kommen, desto größer kann die Angst werden.
Gehe Deinen eigenen Weg – einsam aber ungetrennt. Lebe in allen Bereichen das Leben, was sich für Dich gut anfühlt und stehe mutig zu dazu: Triff Deine einsame Entscheidungen aber triff sie so, dass Du fühlst: Es dreht sich nicht um mich, es kommt auf mich an.
Sei mutig. Mut, das bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Mut, das bedeutet, durch die Angst zu gehen. Und das ist immer ein einsamer Gang. Doch wenn Du etwas Dienst, was über Dich hinausgeht, dann gibt immer einen Grund mehr, weiter zu gehen. Angst entsteht aus Identifikation mit der Endlichkeit. Mut führt Dich dahin wo Ewigkeit lebt – in die Geistesgegenwart.
In der vierten Adventwoche wirkt die Einsamkeit besonders auf unser „Bewusstes Ich“.
Achte darauf, dass dieser Raum der Freiheit nicht besetzt wird. Weder von Konsum, Weihnachtsmusik oder stressigem Familienleben, noch von der Abneigung gegen Konsum, Weihnachtsmusik oder stressigem Familienleben.
Erobere Dich immer selbst zurück. Den Raum des Friedens, den Raum der Freiheit – das „Bewusste Ich“.
Einfach dadurch, dass Du Dich erinnerst, dass Dein „Bewusstes Ich“ immer wach und geöffnet ist. Das „Bewusste Ich“ schläft nie – es ist sich des Schlafens bewusst. Das „Bewusste Ich“ verschließt sich nicht – es öffnet sich für das Verschließen.
Das „Bewusste Ich“ ist ein geistiges Organ. Durch dieses spricht sich das aus, was man Weltgeist, Universum, kosmische Energie oder Gott nennen kann.
Wenn Dich Gott berührt, sich in Dir aufrichtet und Dein Vertrauen erobert, dann wirst Du die kosmische Dimension von Einsamkeit erfahren.
Advent, das ist die Zeit, in der wir jedem Geschmack von Einsamkeit schmecken, kauen und schlucken dürfen. Damit wir zu einem Ort werden, in dem sich Gott selbst erkennt. Bewusstsein vom Bewusstsein. Liebe zur Liebe. Ich bin. 
Herzlich Willkommen zum Advent-Retreat für sieben Personen. Meditation, Dialog, Training.
26. November 2011, 10:00-15:00 Uhr. 75,- Euro p.P. Torstrasse 1, 79650 Schopfheim. Anmeldung bei: Sekretariat.gronbach@gmx.net

Es gibt nicht Deine und meine Einsamkeit.
Wir fühlen alle diese eine, selbe Einsamkeit
- wir sind darin nicht verbunden und nicht getrennt.
Besser noch: Sie fühlt uns.
Einsamkeit ohne eine begleitendes Gefühl zu fühlen
- ohne persönliches Drama -
bringt Dich dem göttlichen Urgrund näher, als jede andere Empfindung.


Freitag, 4. November 2011

Bekenntnis zur Bereitschaft

Du kennst die beliebteste Ausrede des Ego um nicht zu erwachen, oder? „Ich bin noch nicht bereit!“ Die einfache Wahrheit ist: Die wache Stimme in Dir ist immer bereit und braucht keine Zeit!

Die einfache Wahrheit ist, dass Du Dich nicht auf den Augenblick vorbereiten kannst, dem Göttlichen in die Augen zu blicken. Du bist jetzt nicht bereiter, als in 10 Jahren - nur: In 10 Jahren sind 10 Jahre vorbei. Und das wird Dir dann als ziemliche Zeitverschwendung vorkommen.

Du wirst dann nicht mehr sagen: "Hach, hab ich halt zehn Jahre verpennt - is ja auch egal." Du wirst auf eine völlig neue Art erkennen, dass es nicht egal ist. Es ist nicht egal. Es ist das Gegenteil von egal.

Um bereit zu sein, brauchst Du keine Zeit. Du musst nicht Superman sein. Du brauchst keine Supereigenschaften. Nur ein entschiedenes und nicht endendes "JA - Dein Wille geschehe".

Alles hängt davon ab, ob Du Dich dafür entscheidest, dieser einfachen Bereitschaft zum Erwachen mehr Raum zu geben, als allem anderen in Deinem Leben.

Solange Du das nicht getan hast, ist es ziemlich albern darüber zu diskutieren, ob dieser Weg funktioniert oder nicht. Und bitte: Tu Dir selber den Gefallen und hör auf damit so zu tun, als wüsstest Du nicht was das bedeutet: Erwachen!

Du weisst es. Du kannst es fühlen. Es ist ein Wissen, dass vor nichts halt macht. Es ist das Wesentliche in Deinem Leben und Du spielst immer noch diesen Ahnungslosen. Wenn Du Schmerzen in Deiner Seele fühlst, dann kommen die Schmerzen daher, dass Du weisst was Erwachen bedeutet, aber Du angestrengt versuchst dieses Wissen zu ignorieren, zu leugnen und zu verraten.

Und der Ahnungslose in uns spielt weiter dieses Spiel, in dem er vorgibt nicht zu wissen, was es bedeutet bereit zu sein.

Die einfache Wahrheit ist: Das Göttliche in Dir ist bereits völlig perfekt, schön und wach. Du brauchst keine weitere Minute. Das, was unbedingt mehr Zeit haben will, ist unser Ego. Weil unser Ego die Zeit ausnutzt, in der Du Dich mit Spiritualität beschäftigst:

„Das Ego ist dazu in der Lage, alles, selbst die Spiritualität, zu seinem Nutzen umzuwerten. Es unternimmt ständig den Versuch, sich die geistigen Lehren zu einem eigenen Vorteil anzueignen. Wir werden zu versierten Schauspielern, und während wir dem wahren Sinn der spirituellen Lehren gegenüber den Taubstummen spielen, empfinden wir eine gewisse Zufriedenheit unter dem Vorwand, auf dem Weg zu sein.“ (Chögyam Trunga)

Eines wird niemals passieren. Es wird niemals der Morgen kommen, an dem unser Ego sagt: „Ok. Fertig. Ich bin bereit. Wir können erwachen.“

Wenn Du kapiert hast, dass Dein Ego niemals bereit sein wird, dann kapierst Du, welche revolutionäre Kraft Du mit dem Bekenntnis zur vollkommenen Bereitschaft in den Händen hälst.

Donnerstag, 3. November 2011

Rudolf Steiner über PublicMeditation


„Durch die Versenkung und Meditation kommt dann über den Schüler ein Gefühl von Sicherheit, Ruhe und Frieden. Nicht ein Frieden, der nur in Ruhe besteht, sondern ein Friede, wie er eben nur in den höheren Welten zu finden ist und der hier nur erreichbar wäre, wenn wir ihn uns so vorstellen könnten: tosende, brandende, stürmende See, deren Substanz ja dieselbe ist, als wenn sie ruhig und glatt da läge.

Stände nun ein Mensch inmitten dieser brandenden tosenden See auf einem Wrack und könnte er sich da so weit selbst vergessen, keine Todesfurcht und Angst um sein persönliches Leben zu haben, sondern inmitten dieses Aufruhrs und der Todesgefahr nur in den erhabenen, großartigen Anblick des brausenden, tosenden Meeres versunken sein könnte und nur die Schönheit und Erhabenheit dieses Anblicks empfände, dann hätte er in diesem Moment den Frieden, wie er in der geistigen Welt zu finden ist.

In der geistigen Welt ist dieser Friede möglich, hier ist er nicht möglich, ausser wenn der Mensch vollkommen sich selbst vergessen könnte in der Ekstase, um seine Seele so weit zu öffnen, dass der Frieden der geistigen Welt in ihn einströmt.“ (Steiner)

PublicMeditation