Sonntag, 30. Mai 2010

Versprechen


Alles ist Fülle – dieses jenes.
Aus Fülle wird Fülle geboren.
Wenn Fülle von Fülle genommen wird,
bleibt Fülle zurück.

Versprechen an die Erde:
O Mutter Erde, wir sind so dankbar, dass wir heute auf Dir gehen dürfen. Wir sind so dankbar, dass Du uns hilfst, unseren Lebensauftrag gemeinsam zu erfüllen. Bitte vergib uns im vorhinein, wenn wir Dinge tun, die nicht angemessen sind.
Versprechen an das Wasser:
O heiliges Wasser, dass uns reinigt und belebt. Lass uns in unserem Leben wie Ozeane der Gnade sein, so dass die heiligen Wasser der Liebe aus unseren Füßen sprudeln und die Liebe aus unseren Herzen fließt zum Wohle aller Wesen in der perfektest möglichen Weise.
Versprechen an das Feuer:
O heiliges Feuer, wir verbinden das Licht unserer Leben, das Licht unserer Seelen, um das Licht und die Freude größer zu machen in dieser Welt. Segne uns, o heiliges Feuer, mit Deiner Kraft für unsere Liebe.
Versprechen an den Wind:
O heiliger Geist des Windes. Wir verneigen uns vor Deiner Kraft. Lass unsere Herzen jederzeit weit offen sein und voller Liebe und Leben zum Wohle aller Wesen in der perfektest möglichen Weise. Danke, Gott.

Sonntag, 23. Mai 2010

Das I-Team

Pfingsten ist eine Einladung des Universums, Dich den folgenden Gedanken und Empfindungen zu öffnen: Ich bin einzigartig & frei. Weil ich das bereits immer bin, kann ich die Angst vor Gemeinschaft & Treue aufgeben. Weil ich autonom bin, bin ich bereit für die Kommunion. Weil ich eine freie Individualität bin, kann ich mit anderen freien Individualität eine Gemeinschaft bilden und mich dem hingeben, was über uns hinausgeht.

Ein neues WIR. Willkommen im I-Team.

Als Deine Mutter und Dein Vater Sex hatten, begann sich etwas zu formen, was es noch niemals zuvor gab und was es auch niemals danach mehr geben wird.

Das Universum hätte die Fähigkeit gehabt, in diesem Akt Deiner Eltern, einen zweiten Jesus, oder eine zweite Mutter
Theresa entstehen zu lassen.

Das Universum hat sich anders entschieden. Es hat sich für DICH entschieden.

In diesem Moment liest das Universum durch Deinen Augen - es liest den Text, den es durch meine Finger schreibt. Es begreift sich als Welt durch Deine Hände, es küsst sich als Frau und Mann durch Deinen Mund, es erlebt sich als Ekstase in Deiner Haut, es betet zu sich Gebete durch Deinen Mund - die es ohne Deine Ohren so nicht hören könnte.

Es trifft Entscheidungen in Deinem Willen. Es wird sich seiner selbst in Dir bewusst.

Das Universum erlebt in Dir, wie es ist, eine einzigartige und autonome Individualität zu sein.

Du fühlst zutiefst: ICH BIN. Und gleichzeitig fühlst Du: ICH BIN nicht auf diese einzigartige Persönlichkeit beschrängt. ICH BIN in allem was ist. Im Weltenall. Im Seelengrund.


Wenn Du Deine heilige Einzigartigkeit erfahren hast, macht Dir das Lust auf mehr. Und dieses "mehr" wurde mythologisch im Pfingstfest beschrieben. Als Gemeinschaft
der Heiligen.

Du erlebst im WIR, dass Du nicht eines von milliarde geteilten Individuen bist. Du erlebst im WIR aller Wesen, aller Pflanzen, Tiere und Sterne, deine universelle Wirklichkeit:

"Ich bin das INDIVIDUUM - das UNGETEILTE."

Willkommen im I-Team

"Wir fühlen den Friedens-, den Liebes-, den Harmoniegedanken,
der in dem Pfingstgedanken liegt.
Wir fühlen, dass er eine Garantie ist
für unsere Hoffnung auf Freiheit und Ewigkeit.“

(R. Steiner)
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Entdecke das Bilderrätsel

Samstag, 22. Mai 2010

Lust & Liebe

Mission Mensch bedeutet, das zu werden, was Du bist: Der eine und ungetrennte evolutionäre Impuls, der sich in jedem Menschen zu einer Einzigartigkeit selber übersteigt, um schließlich am Höhepunkt dort anzukommen, wo er immer schon war: In der Einheit. Diese Einheit ist aber nun kein göttliches Geschenk mehr, sondern Menschenwerk.

Nichts ist absurder, als sein Leben "stiller Verzweiflung und Pflicherfüllung" zu führen und dabei zu meinen, dies sei irgendwie spirituell.
Wer so lebt, setzt seinem Ego einen Heiligenschein auf - Ego bleibt es dennoch.

Ich tue was mir Lust bereitet. Und „wer die Lust an der Befriedigung des menschlichen Begehrens ausrotten will, muss den Menschen erst zum Sklaven machen, der nicht handelt, weil er... will, sondern nur, weil er soll. Denn die Erreichung des Gewollten macht Lust.“ (R.Steiner)

Und wenn ich heute auf den strahlenden Frühling & die platzenden Knospen schaue und diese Kraft in mir erlebe, dann erlebe diesen evolutionären Impuls. Gott will werden.


Und ich bin sicher: Gott schuf diese Welt nicht aus stiller Verzweiflung und Pflicherfüllung, sondern aus überquellender Lust & Liebe. Einfach um sich selbst & seine eigene Schönheit immer wieder neu zu bezeugen und zu erleben.

Willst Du wie der werdende Gott handeln? Handel aus Lust & Liebe.

"Warum sollte meine Handlung denn weniger dem Gesamtwohl dienen, wenn ich sie aus Liebe getan habe, als dann, wenn ich sie nur aus dem Grunde vollbracht habe, weil dem Gesamtwohl zu dienen ich als Pflicht empfunden habe?"
(R.Steiner)

Freitag, 21. Mai 2010

Nur Gleiches kann Gleiches hören

"Sitzt Du bei einer Blume, sei keine Person
- sei eine Blume.
Sitzt Du unter einem Baum, sein keine Person
- sei ein Baum.
Badest Du im Fluss, sei kein Mensch
- sei ein Fluss.
Und dann werden Dir Millionen Zeichen gegeben.
Und das ist nicht Kommunikation,
sondern Kommunion."
(nach Osho)
.......
"Das Sonderbare wird eintreten, dass jeder andere, der uns begegnet und der etwas mit uns zu tun hat, mehr mit unserem Ich zu tun haben wird als dasjenige, was da in unserer Haut eingeschlossen ist."
(R. Steiner).

Mittwoch, 19. Mai 2010

Göttlicher Stolz

Heute bekam ich Post von einem Kollegen und Freund: Michael Habecker. Michael Habecker arbeitet an vorderer Stelle für die Integrale Bewegung in Deutschland – jenen Typen, die durch Ken Wilber inspiriert wurden, sich für nicht weniger zu interessieren & zu engagieren, als für die großen Fragen nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest. Damit bohren sie an dem selben dicken Brett, wie wir Anthroposophen. Und das macht uns zu Verbündeten.

Michael übersetzt nicht nur die zahlreichen Texte von Ken Wilber in die deutsche Sprache, sondern auch andere englischsprachige Text integraler Autoren. In diesem Fall den Text von Corey W. deVos, dem Redakteur von IntegralLife. Bei diesem Text, schrieb mir Michael „habe ich an „MissionMensch und an Dich gedacht.“ Na dann, lieber Michael, Danke!


Und in diesem Sinne: Viel Spaß & Erschütterung mit dem göttlichen Stolz von Corey W. deVos.


Göttlicher Stolz
Du bist an vorderster Stelle der Evolution.
Nimm dir ein paar Augenblicke Zeit, um das zu fühlen. Dies ist keine Übertreibung – Milliarden von Jahren stehen hinter dir, sie führen dich zu größeren Bewusstheit, größerem Mitgefühl, größerer Freiheit, und größerer Erfülltheit.

Du bist bereits vollkommen, immer schon, und doch gibt es etwas was dich noch vollkommener macht, etwas dass dich weiter zu einem Ebenbild formt, etwas was dich dazu einlädt, noch mehr in dein eigenes Leben einzutreten.

Und dieses etwas bist du selbst.

Es lebt ein Gott in dir, und das ist der gleiche Gott der in mir lebt. Gott schaut durch unser beider Augen, und sie schaut dabei auf ihre allgegenwärtige Herrlichkeit. Es gibt nichts was nicht Gott ist. Alles ist Gott.

Was auf eine ganz konkrete Weise bedeutet, dass du Gott bist. Nimm dir ein paar Augenblicke Zeit, um das zu fühlen. Es ist in Ordnung das zu fühlen, es ist keine Gotteslästerung.

Es bedeutet nicht, dass das sich getrennt erlebende Ego oder das separate Selbst Gott ist. Das Universum dreht sich nicht um dich, das gesamte Universum entwickelt sich in dir.
...
Nicht in deinem Geist, deinem Herzen, oder auch deiner Seele, sondern innerhalb der anstrengungslosen unveränderlichen Geräumigkeit hinter all deine Erfahrungen -, der ungesehene Seinsgrund, in dem jeder nur mögliche Gedanke, jedes nur mögliche Gefühl, und jede nur mögliche Inspiration erscheint, verweilt und tanzt, und dann wieder verblasst.

Dies ist das was mit „göttlichem Stolz“ gemeint ist. Es ist das einfache Erkennen deines heiligen Erbes, und eine Anerkennung der Verantwortung die zu diesem Erkennen gehört.

Dies ist keine Angeberei des New Age Narzissmus – es ist ein Stolz frei von jeglicher Arroganz, von Demut durchdrungen und gehalten von einer unerschütterlichen Hingabe an eine Intelligenz, die unermesslich größer ist als man selbst.

Diese Unterscheidung ist wesentlich, um uns vor der Tyrannei des immer-anhaftenden Ego zu lösen. So wird es möglich, die ganze Wucht der nun folgenden Aussage zu erfassen: Gott braucht dich.

Jetzt sprechen wir über dein Ego, dein sich getrennt erlebendes Selbst, deinen begrenzten und endlichen Körper/Geist. Es gibt einen Grund für deine Geburt. Es war kein Unfall. Du bist von Gott gerufen um einen Beitrag in der Welt zu leisten. Deine Perspektive ist einzigartig, sie ist ein einzigartiges Teilstück im gesamten Puzzle, und es ist deine Verpflichtung einen Weg zu finden, um das Geschenk das du bist in die Welt zu bringen.

Wir befinden uns im Prozess der Evolution, einem Prozess in dem sich die Evolution jetzt ihrer selbst bewusst wird, und wir sind aufgerufen, an unserem eigenen Schicksal mitzuwirken.
...
Damit das geschehen kann, müssen wir unsere neurotischen Anhaftungen an Schwäche, Angst und Zerbrochenheit hinter uns lassen, und uns der zeitlosen Vollkommenheit übergeben, die uns auf ewig umgibt.

Wir müssen, mit anderen Worten, anfangen uns selbst ernst zu nehmen, und diese lächerliche Angst vor unserer eigene Größe aufgeben.

Die Frage an uns ist nicht, „was ist der Sinn des Lebens?“, sondern „was ist der Sinn meines Lebens?“

Es ist kein Zufall dass wir Zeugen des Hervortretens der integralen Bewegung genau an diesem Punkt der Geschichte sind, wo unserer Probleme zu groß und komplex geworden sind, um sie mit Stückwerk-Lösungen zu beheben.

Der Umgang mit Problemen dieser Größe erfordert als das Mindeste eine umfassende Sicht auf die Wirklichkeit, weil alles andere die Dinge noch schlimmer macht. Aus diesem Grund sehen wir uns an der Spitze der Evolution – die einfach Tatsache dass du Interesse an dem hast was hier gemacht wird zeigt, dass etwas in dir damit in Resonanz ist.

Dein Interesse an dieser oder eine anderen „Theorie von allem“ zeigt, dass du in diesem historischen Prozess eine Rolle spielst.

Es liegt bei dir herauszufinden worin diese Rolle besteht, und wir versprechen dir alles uns mögliche zu tun und zur Verfügung zu stellen, um dich darin zu unterstützen.

Mit Stolz geschrieben von Corey W. deVos.

Dienstag, 18. Mai 2010

Fit mit Steiner

Ein weiterer & schöner TV-Beitrag über Rudolf Steiner.
...
Da freu ich mich doch ein bisschen über meinen Artikel von 2005 - obwohl ich einiges darin mittlerweile etwas engstirnig und konservativ finde. Dennoch nett:
"Wachstumsbranche Anthroposophie"

Wir sind ALLein

„Fliehe die Vielen,
und suche das Eine;
hast du es gefunden,
so erkenne und umfange
die Vielen als das Eine.“
Ken Wilber
...
...
(Gelsenkirchen ÖKOMED Public Meditation. Foto: Georg Kentrup, Gestaltung: Stefan Stark)

Montag, 17. Mai 2010

Wirkung geht vor Deckung

Das NEUE ist in unser Herz eingetreten. Es ist schon im Blut. Wir können nicht sagen was das NEUE ist. Wir werden es nie sagen können. "Aber es sprechen viele Anzeichen dafür, dass die ZUKUNFT in solcher Weise in uns eintritt, um sich in uns zu verwandeln, lange bevor sie geschieht." (Rilke)

Das NEUE kann nie benannt werden. Wird es benannt, ist es schon das Alte. Das NEUE fordert von uns vor allem einen bestimmten Mut. Dieser Mut hat damit zu tun, dass wir nicht nur Dinge denken und fühlen, sondern Dinge tun.

Dass wir nicht nur Dinge tun, sondern mit unserer ganzen Person und mit allen Risiken hinter diesen Taten stehen.

Ein Wort ohne ein Gesicht, hat kein Gewicht. Ein Wahrheit ohne Absender, verläuft sich in der Bedeutungslosigkeit. Das NEUE ist in unserem Blut - sind wir nicht sichtbar, ist das NEUE nicht sichtbar.

Als Soldat lernte ich den Satz: "Wirkung geht vor Deckung." Das NEUE zeigt seine Wirkung, wenn Du klug aus der Deckung kommst und Dich im Zweifel für die Wirkung entscheidest. (Letztlich ist das die einfach Definition eines Helden).

Wenn Du immer in erster Linie darauf achtest, dass Du nicht verletzbar und nicht angreifbar bist & keine Fehler machst, dann wirst Du kaum das NEU verwirklichen können.

Das NEUE will riskiert werden - indem Du das NEUE mit Deinem Gesicht in der Welt repräsentierst. Dabei kann es passieren, dass Du angegriffen & verletzt wirst. Es kann auch sein, dass Du Fehler machst und Dinge schief laufen. Und jeder kann es sehen - weil Du Dich zeigst! Es besteht ein Riskio.

Der Mut dazu kommt letztlich aus einer einzigen Gewissheit:

Wenn wir als Menschen in der Deckung bleiben und nicht "unser Blut riskieren" - also unsere ganze Persönlichkeit ins Spiel werfen - dann gehen wir das größte Risiko ein: Nämlich das Risiko, dass dieses NEUE eben nicht in die Welt kommt.

Denn das NEUE kommt durch uns. Oder es kommt gar nicht. Darum: Wirkung geht vor Deckung.

Sonntag, 16. Mai 2010

Daheim & Unterwegs

Werde immer freier
und erinnere Dich daran, dass Du bereits vollkommene Freiheit bist.
Werde immer liebevoller
 und erinnere Dich daran, dass Du bereits vollkommene Liebe bist.
Mach Dich auf den Weg
und lass Dich von jedem Schritt daran erinnern, dass Du bereits Zuhause bist.
Suche den GEIST
und erkenne, dass Du ihn nicht finden kannst.
Denn der GEIST ist das, was sucht -
und sich nie verloren hatte.

Schau:
Alles will Anfang werden.

Freitag, 14. Mai 2010

Was ist öffentliche Meditation?

Ist öffentlliche Meditation Mysterien-Verrat? Oder ist es so wie Joseph Beuys sagt: "Die Mysterien finden im Hauptbahnhof statt." Oder ist öffentliche Meditation der Moment, in dem der Rebell der Stille zu sich kommt? Oder ist Guerrilla-Mediation der Ausbruch aus der Matrix? Oder ist öffentliche Mediation einfach nur öffentliche Mediation? Ohne Story - einfach da sein. Es ist gut. So wie es ist. Wie ist es? Teste es!

Donnerstag, 13. Mai 2010

Worte zu Himmelfahrt

Wenn Du die besondere Qualiät des heutigen Tages von innen nach aussen erleben willst, dann kannst Du diesen Text von Eichendorf meditieren. "Es war hätt´er Himmel die Erde die Erde still geküsst, dass sie im Blütenschimmer von ihm nur träumen müsst."

Christi Himmelfahrt ist der Tag, an dem sich die ganze Erde zum Himmel streckt. Die Erde ist heute in einem Himmelfahrtszustand.

Seit heute ist der Himmel kein Jenseits mehr und die Erde kein Diesseits. Irdischer Himmel. Himmlische Erde.

Orientiert an der christlichen Symbolik, kannst Du Dich heute ganz hineinleben in diesen Gedanken:

Ich bin in tiefster Verbindung mit den Himmelskräfte auf Erden. Ich verwirkliche den göttlichen, das kosmische Urselbst - und zwar genau hier. Wo ich bin.

Ich bin eins und werde eins sein, mit diesem göttlichen Weltengrund. Und dies werde ich vollkommen erfahren und somit verwirklchen, wenn ich mich mit dieser Erde verbinde. Wenn ich Verantwortung für meinen Leibe - diese Erde - übernehme.
...
Christi Himmelfahrt ist keine Flucht vor der Erde. Die Himmelfahrt nimmt die Erde mit und zieht die tote Materie in die Sphäre des ewigen Lebens.
...
Himmelfahrt ist - in der christlichen Sprache - die Auferstehung der Erde. Sie ereignet sich jedoch nicht durch ein magisches Ereignis vor 2000 Jahren, sondern alleine dadurch, das ICH BIN, wo ich bin.
....
Durch meine "klirrende Gegenwärtigkeit". Durch meine Liebe zum Dasein. Durch meine Liebe zur Erde.
...
Christi Himmelfahrt bedeutet, nicht nur Aufstieg & Erleuchtung für mich zu verwirklichen. Christi Himmelfahr bedeuet, Aufstieg & Erleuchtung für die ganze Erde zu verwirklichen.
:::
Christi Himmelfahrt ist, wenn die Mission Mensch zur Mission Erde wird.

Montag, 10. Mai 2010

Die Evolution und das Licht

Am Wochenende war ich auf einer so genannten „Monatsfeier“. Eine Monatsfeier ist ein Fest in einer Waldorfschule, welches alle paar Monate gefeiert wird. Die einzelnen Klassen führen sich gegenseitig Ausschnitte aus der künstlerischen Arbeit vor. Jeder zeigt wo er gerade steht.

Ich erinnerte mich an meine Waldorfschulzeit und die Monatsfeiern: Als Erstklässler konnte ich kaum glauben, dass ich später mal mit tiefer Stimme, spannende Balladen auf der Bühne sprechen würde – so wie diese riesigen Zwölftklässler. Ich sah nicht nur die erste, zweite,...elfte, zwölfte Klasse. Ich sah meine eigene Zukunft.

Als Sechstklässler war ich erstaunt, wenn ich die Erstklässler sah und bemerkte, wie viel weiter ich nun schon war – und gleichzeitig sah ich, wie weit ich noch zu gehen hatte. Als Zwölftklässler dann, blickte ich nicht nur auf die Mitschüler der Klassen Eins bis Elf, ich blickte in meine eigene Vergangenheit.
...
Ich sah die Richtung meiner Entwicklung und ahnte was ich heute weiss: Evolution = Entwicklung + Richtung.

Als Zwölftklässler konnte ich mich noch an die Erstklässler-Perspektive erinnern: Sie war damals nicht besser oder schlechter, aber sie war enger.
...
Als Zwölftklässler hatte ich eine höhere, weitere und umfassendere Perspektive. Ich war nun der Erstklässler plus der Zweitklässler, plus der Drittklässler....plus der Elftklässler.

Als ich jetzt wieder in der Monatsfeier saß, kam mir ein Wort in den Sinn, welches im spirituellen Kontext immer wieder gesagt wird. Das Wort heisst „Überwinden.“ Oft höre ich Menschen sagen „dass haben wir doch überwunden“ und es klingt nach „das ist doch etwas niederes, das habe ich nicht mehr nötig, das habe ich hinter mir gelassen, das betrifft mich nicht mehr, ich bin weiter“.
...
Hatte ich als Zwölftklässer in diesem Sinne die elf Klassen überwunden? Hatte ich mein „inneres Kind“ sitzen gelassen und war nun weitergegangen? Ich sehe das anders.

Überwinden ist nicht ausschließen, abspalten, verdrängen oder hinter sich lassen. Überwinden im guten Sinnen bedeutet, dass ich mein So-Sein auf einer bestimmten Entwicklungsstufe umarme und dann auf eine umfassendere Ebene mitnehme und es dort neu verstehe. Überwinden bedeutet, dass ich alles in meinem bewussten Herz nehme was ich war und bin. Mein bewusstes Herz transformiert alles.

Überwinden bedeutet, dass ich mein bewusstes Herz immer weiter öffne.
...
Überwinden ist immer zuerst Integrieren und erst dann Transzendieren.
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Wenn ich mich nicht einmal liebevoll meinem inneren Kind zugewendet habe, es verstehe und umarme, dann wird dieses Kind in mir immer nur eines tun: Es rennt mir hinterher und will Zuwendung, Verständnis und will in den Arm genommen werden. Erst dann beruhigt es sich und lässt mich frei. Das dachte ich, als die Schüler auf der Waldorfbühne standen.

Und ich dachte noch etwas: So unterschiedlich die verschiedenen hierarchischen Lebensstufen und konzentrischen Entwicklungsringe auch sind, so verschieden jedes dieser Kinder auch ist – etwas ist gleich: Das Leuchten in den Augen. Es ist ein und dasselbe Leuchten, welches auch damals in meinen Augen leuchtete. Es ist ein und dasselbe Leuchten aus allen Wesen.

Es ist das selbe Leuchten, welches jetzt beim Schreiben in meinen Händen pulsiert. Und es ist ein und dasselbe Leuchte, welches in diesem Augenblick aus ihren Augen heraus diese Zeilen liest.

Dieses Leuchten ist ohne Entwicklung. Es wird nicht mehr oder weniger. Es ist. Das ist ALLES.

Die Liebe ist nicht stückweise hereingekommen in die Welt.
Sondern es strömt die Liebe als eine Art Gabe der Gottheit herein in die Menschheit.
Die wahre Liebe ist nicht fähig der Verminderung oder der Vermehrung.
Als fertig abgeschlossenes fließt die Liebe in die Menschheit;
der Mensch aber kann nach und nach den Impuls aufnehmen.
Rudolf Steiner
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Wenn wir öffentlich meditieren, dann sind wie dieses Leuchten.
Wir sind einfach da. Wir sind. Das ist ALLES.

Donnerstag, 6. Mai 2010

STILLE in Gelsenkirchen

Letztlich ist alles spekulieren darüber, ob öffentliches Meditieren funktioniert oder nicht, belanglos. Wenn Ihr in die Stadt geht, Euch dann in einer kontemplativen Haltung auf den Boden setzt und die Augen schließt, dann fühlt Ihr bereits in diesem ersten Moment, dass dies eines aufregensten und verantwortungsvollsten Abenteuer ist, die wir erleben können.

Öffentlichkeit hindert uns nicht. Öffentlichkeit ist unser Freund und unterstützt uns. Öffentlichkeit ist Veröffentlichung des Verborgenen – wir selber sind eine Veröffentlichung des Verborgenen.

Alles was wir zu tun haben ist dies:


Augen zu.
Mund zu.
Herz auf.

Was auch passiert - wir öffnen unser Herz immer ein weiteres Stück.


Vielleicht versuchst Du es in dieser Art: Lasse zuerst alles einige Minuten wirken. Lasse den Atem zu Dir kommen, der zu Dir kommt. Freunde Dich mit der Nervosität an – akzeptiere den Lärm und alles was eigentlich unakzeptabel ist. Nach einigen Minuten kannst Du ungefähr folgendes meditieren und der jeweiligen Situation anpassen:

Um mich herum ist viel Bewegung – ich sitze still.
Um mich herum wird viel geredet – ich schweige.


Die Bewegungen und die Geräusche kommen und gehen wie die Wolken kommen und gehen. Ich bin nicht die Wolken. Ich bin der Himmel.



Jetzt spricht ein Mann laut – gerade war er noch nicht da, nun spricht er laut, gleich wird seine Stimme verklingen. Eine laute Stimme kommt und geht – was bleibt ist die Stille, in der diese Stimmt laut wird.

Ein Auto fährt vorbei. Ich höre auf den Motor. Gerade war er nicht zu hören. Jetzt ist er laut...wird leiser...verschwindet. Ein wahres Bild für Vergänglichkeit.

Wilde Gedanken und nervöse Gefühle durchblitzen mich – nun, sie machen eben was Gefühle und Gedanken so machen und sie unterschieden sich durch das Auto nur dadurch, dass sie durch meinen Innenraum rasen – doch letztlich verschwinden sie immer wieder wie Autos, Fahrräder oder Straßenbahnen. Was bleibt?

Es bleibt der Raum, in dem sie erscheinen. Das weit geöffnete Herz.

Es bleibt das reine und liebende Bewusstsein in dem Autos und Gefühle auftauchen, eine Weile verbleiben und dann wieder verschwinden.

Ich bin der Zeuge, der sich meiner Person bewusst ist. Der Zeuge, der sich der ganzen Welt bewusst ist. Der ewige Raum in dem sich die Welt jetzt ereignet.

Die Öffentlichkeit um mich herum klingt wie ein wunderbares Theaterstück – ich sehe es, manches berührt mich, doch es geht vorbei, wie alles vorbei geht.

Wenn der Vorhang fällt ist am Ende wieder das, was immer ist: Der leere Raum. Die Stille. Diese Stille ist mein innerstes Wesen und nichts kann dieses Wesen berühren.


Um mich herum ist die bunte Vielheit und klingende Unterschiedlichkeit – auch ich, wie ich hier sitze bin ein anderer, als mein Nachbar.

Wenn wir nun unsere Augen wieder öffnen, dann suchen wir den Blick von unseren meditierenden Freunden und wir blicken ihnen in die Augen und was wir sehen ist das EINE, was auch aus unseren Augen schaut. Begegnung ist Selbstbegegnung.

Und so stehen wir gleich auf und jeder Mensch der uns anblickt weckt in uns eine stille Freude – weil es immer wieder das EINE ist, was das EINE sieht und sich an seiner eigenen lebendigen Vielheit und den mannigfaltigen Ausdrucksformen erfreut - und es will in allen Formen wachsen!

Ich öffnen nun die Augen als das EINE und ich sehe das EINE überall. Ich sehe mich überall - mein wahres Wesen in Dir. Ich begrüße die bunte und öffentliche Welt und ich begrüße mich, als die wunderschöne Veröffentlichung des unsagbaren EINEN.

Im losgehen fühle ich diesen dankbaren Gedanken:

Wie gigantisch schön und aufregend ist es doch, eine würdige und einzigartige Veröffentlichung des EINEN sein und werden zu dürfen. Wie schön ist es, das Wunder zu erleben, was einfach darin besteht, dass wir alle da sind.


Ich freue mich, Euch zur nächsten ÖKOMED-GUERILLA MEDITATION begrüßen zu dürfen:
GELSENKIRCHEN, HBF, Ausgang Bahnhofstraße, 14.5.2010, 16.00h!

Public meditation -
Because life is a public event.
...

Dienstag, 4. Mai 2010

Mission Mensch bei Facebook

Wenn Du Lust hast, aktuelle Beiträge von Mission Mensch ausserhalb dieser Seite zu besprechen und eigene Diskussions-Themen einzuführen, dann bist Du bei MISSION MENSCH FACEBOOK herzlich willkommen. Zeig Dein Gesicht und erzähl uns von Deiner einzigartigen Perspektive auf das EINE - als das EINE.
....
Zur Zeit sprechen wir u.a. über diesen Satz:

Wo erwacht der Mensch zu seiner Mission - wo erwacht die Menschenseele?

Rudolf Steiner gibt eine erstaunliche Antwort: "Die kalte Technik gibt dem Menschen ein Gepräge, dass in die Freiheit führt. Zwischen Hebel, Rädern und Motoren lebt nur der tote Geist; aber in diesem Totenreich erwacht die freie Menschenseele."

Facebook baut auf Positivität, Freundlichkeit, Offenheit, Persönlichkeit und kreative Freude.

Sonntag, 2. Mai 2010

Integrieren oder krepieren

"Wenn man 10.000 Perspektiven hat, aber keinen Rahmen, in dem man sie gewichten kann, das heißt, wenn man a-perspektivisch verwirrt ist und nicht begründen kann, warum eine Perspektive relativ besser ist als eine andere, dann ist es zum Beispiel schwierig zu argumentieren, dass die Praxis der klitoralen Verstümmelung von jungen Mädchen verabscheuungswürdig ist, denn: „Wir dürfen uns kein Urteil über eine fremde Kultur anmaßen. Das ist politisch inkorrekt“. Tja.

Der rote Faden heißt Evolution"....von Dennis Wittrock.