Dienstag, 29. September 2009

Erstrebe NICHTS

Am Donnerstag ein Arbeitsbesuch beim Verlag Freies Geistesleben in Stuttgart, wo wir mit weiteren befreundeten anthroposophischen Verlagen die nächste Buchmesse in Leipzig vorbereiten, am gleichen Tag das Web-Live-Radio-Interview in Frankfurt. Am Freitag die Arbeitssitzung des Verantwortungsgremiums der Anthroposophischen Gesellschaft NRW in Bochum und später am Abend dann die Einführung in die Meditation in Bochum und am darauf folgenden Samstag eine künstlerische Probe für den „Deep Time Cosmic Dance“ (pdf) in Vorbereitung der Spirituellen Herbstakademie – dazwischen noch die Arbeit für info3 und verschiedene andere Termine, wo es im wahrsten Sinne an mein Eingemachtes geht...Autsch...puh...

Jeder Mensch hat solche Tag. Aber manchmal graut mir vor solchen Tagen. Besonders im Blick nach vorne. Was ich gelernt habe, das ist allerdings, dass eben nur dieser Blick nach vorne das Grauenhafte ist.

Der Augenblick selber ist frei.

Auf einer bestimmten Ebene gibt es dieses Morgen-Übermorgen-Zeit-Druck-Ding natürlich. Ich bin wie hineingepresst in diese Zeit. Ja, das kann ich als Wirklichkeit erleiden...
licht
Es ist ein STRESSSCHMERZ. (Eckart Tolle nennt es den "Schmerzkörper")
STRESS
Körperlich bindet er mich an meine enge Gegenwart - ich kann dann nicht mehr das weite Sein wahrnehmen und den Horizont sehen. Nur noch meinen engen Herzschlag und meine eigene Nasenspitze. Seelisch kann mich dieser StressSchmerz an die Vergangenheit binden - wie an eine verflossene Liebe aus alten Zeiten. Ich "hänge" ihr dann "hinterher".
SONNE
Alles das ist eine Wirklichkeit.
Aber es ist auch eine Illusion. Es ist einfach nicht da.

Alles was ich dort beschrieben habe, das kann kommen, oder kann nicht kommen, das ist völlig ungewiss. Das einzige was jetzt wirklich mit Gewissheit ist, dass ist JETZT.
frei
Ein JETZT in alle Richtungen. Es umfasst alle Zeit und hebt sie auf in diesen Augenblick der Wahrheit. 99% Prozent aller Sorgen weiten sich zu einem einfachen So-Sein, wenn diese GeistesGEGENWART mein Zustand ist.

Ich empfinde immer noch die "psychologische Zeit". Ich benutze auch immer noch die "Uhr-Zeit". Aber meine innere Mitte - mein seelischer Fokus, der geht über diesen Wahn der psychologischen Zeit hinaus.

Ich bin ein Bürger der Ewigkeit.

"Der Mensch ist ein Bürger der Ewigkeit, weil er in sich selbst etwas Ewiges trägt. Der Mensch würde nur das Vergängliche in der Welt erkennen, wenn er nicht selbst ein Bleibender wäre." Rudolf Steiner

In diesem Emfinde atme ich tief und anstregungslos aus.A

Ich atme aus und bin in Weltenweiten. Ich atme ein und weit ist das eigene Sein. Waren meine Nerven gerade noch zittrige Fäden die einen elektrischen Käfig des sorgenvollen Egoismus um mich bildeten, so fühle ich jetzt das dieses Nervenenden die Sterne im Kosmos zum leuchten bringen.

So will ich mir auch nichts VORnehmen. Ich habe in den Vorbereitungen schon mein Äusserstes getan...jetzt ist das Innerlichste dran. So verinnerliche ich einen kleinen Satz Rudolf Steiners.

In diesem Satz bin ich die Offenheit und die Erwartung. Diese Erwartung erwartet nicht Dieses oder Jenes. Und sie wartet auch nicht auf etwas. Sie ist seelenruhige ERWARTUNG.

Diese ERWARTUNG ist eine Blume, die der Sonne ihre schönsten Blüten entgegenstreckt.

Öffnet die Sonne die Blume? Oder öffnet die Blume die Sonne? Oder ist das eine ganz unsinnige Frage, weil beides der EINE TANZ ist?

Alles eine SONNENBLUME...

Das ist meine Verinnerlichung:

"Erstreben NICHTS – nur friedsam sein,
Der Seele Innenwesen ganz Erwartung."
(Rudolf Steiner)



"Aus der Perspektive des Verstandes ist das menschliche Leben ein lineares, beschränktes Ereignis, das durch den Lauf der Zeit bestimmt wird.

Wenn du jedoch durch ernsthafte Meditationspraxis in den Bereich jenseits des Verstandes vorstößt, bekommst du Einblicke in ein Geheimnis, das sofort die Zeit transzendiert.

Du siehst, weißt und fühlst unmittelbar, dass der tiefste Teil in dir nicht der individuelle Körper, der Verstand und die Persönlichkeit ist, die geboren sind und die sterben werden, sondern der Urgrund des Seins, der niemals geboren wurde.

Das Maß, wie du erkannt hast, dass du auf der tiefsten Ebene dieser zeit- und raumlose Urgrund bist, wird sich darin zeigen, inwieweit du in der Lage bist, durch deine menschliche Persönlichkeit diese spontane Freiheit in Zeit und Raum zu manifestieren.

Wenn deine Meditation kraftvoll und tief ist, wird die Weise, in der du dich auf das Leben beziehst, ständig eine Freiheit zeigen, die weit über die Ängste und Wünsche deines Egos hinausgeht.

Dein eigenes Wesen wird ein Tor für diese unsterbliche Tiefe sein, die Leben und Tod transzendiert. Andrew Cohen

Samstag, 26. September 2009

Krieger des Lichts

Nach Paulo Coelho und Thomas D, haben nun auch Silbermond den Krieger des Lichts entdeckt. Der Krieger des Lichts ist das, was Rudolf Steiner in einem anderen mythisch-magischen Bild als "Erzengel Michael" bezeichnet. Der michaelische "Krieger des Lichts" handelt aus intentionsloser Intention. Sein Herz ist voll Liebe und sein Geist ruht in der Leerheit des Kosmos - er kämpft mit extatischer Kraft...ohne sich jemals auch nur einen Moment aus dem Frieden der Leerheit zu lösen.

Wer selber den Krieger des Lichts in sich fühlt, dessen "Herzen beginnen, Gedanken zu haben" (Steiner) und dessen Begeisterung und dessen Einsatzwillen für diese Welt entströmt nicht mehr bloß mystischem Dunkel in dem es Engel und Dämonen und alle möglichen so genannte "geistige Wesen" gibt.

Wessen Seele von klaren Gedanken getragen wird, der erkennt, was auch Steiner erkannte. Nämlich: Diese "Ideenwelt ist mein Erlebnis. Sie ist in keiner anderen Form vorhanden als in der von mir erlebten".

Die Frage "GIbt es eine geistige Welt" erscheint einem Krieger des Lichts völlig unsinnig. Er sieht: Es gibt überhaupt nur eine geistige Welt. Verdichtet sie sich, wird sie Materie. Wenn Materie zerfällt erhebt sich Geist.

Schau in den Herbst: Jedes Blatt was vom Baum fällt, (er)löst Geist, der zum GEIST aufsteigt. Und in DIR erscheint diese Erfahrung - in der Leerheit Deines So-Seins. Kannst Du die Liebe fühlen,wenn Du siehst, wie vollkommen dieses Leben ist?

Wer über geistige Wesen spricht, spricht über sich, über sein Seelenleben, über seine verschiedenen Bewusstseinsstufen, über seinen GEIST, der eins ist mit dem einzigen GEIST in allem.

Der Krieger des Lichts kommt aus dem Licht. Der Krieger des Lichts trägt in sich Licht und der Krieger des Lichts geht in das Licht.

Der Krieger des Lichts fühlt immer brutaler und brennender den Schmerz der Welt - aber dasjenige was den Schmerz und das Brennen fühlt, ist frei von Schmerz.
Er atmet den Kampf ein und atmet den Frieden aus.
LICHT
LICHT
"Da sind keine Schmerzen, nichts was dich berührt, im Herzen das dich führt gibt es keinen Schmerz. Das hier bringt dich weiter, lass dich darauf ein und du beweist, was es heißt, ein Fighter zu sein. Du bist wach, klar, da! du hast die Macht, mach's wahr! Denn alles das, was zählt ist dass du deinen Weg aus reinem Herzen wählst!" (Thomas D)

Donnerstag, 24. September 2009

Ein neuer Sinn

Noch wenige Tage, dann wird ein neuer Bundestag gewählt. Haben Sie auch das Empfinden, dass die alte Politik an eine Grenze gestoßen ist? Dass sie wie vor einer Mauer steht? Doch anstatt diese Grenze zu überschreiten und die Mauern einzurennen, schleicht und lümmelt und langweilt die Politik sich an den Mauern dieser Grenze des Möglichen entlang, verläuft sich im Ungefähren und traut sich nicht den Schritt ins Unbekannte zu tun.

Genau vor zwanzig Jahren gab es eine ähnliche Situation. Auch damals war die Politik des "Eisernen Vorhangs" an eine Grenze gestoßen und dann, plötzlich und unerwartet, sprangen die Ketten, Mauern und Grenzzäune auf. Menschen lagen sich in den Armen und riefen das Zauberwort des Jahres: "Wahnsinn".

Nein, ich erwarte am Sonntag nicht eine nächste Revolution - keinen neuen Wahnsinn.

Aber ich sehe doch, dass diese scheinbar so hermetische Grenze durchlässig geworden ist - wie damals der Zaun in Ungarn.

Damals mussten Vorschlaghammer und Eisenzange die Öffnungen erzwingen - heute scheint ein neues Bewusstsein, von den großen Medien kaum bemerkt, alten Grenzen zu öffnen. Leise und mit sonnigem Gemüt.

Eine Susanne Wiest zum Beispiel schlägt keine wütenden Löcher in Mauern und reißt keinen Stacheldraht nieder - sie geht einfach und lächelnd über die Grenze.

Mit Charme und Witz überspringt ein Daniel Häni die Grenzposten der Gewohnheit.

Diese Grundeinkommensaktivisten stehen beispielhaft für Menschen, die an allen möglichen Stellen ihre Arbeit aus einer neuen Bewusstseinsperspektive heraus machen:

Aus einem Bewusstsein heraus, welches weder vor der eigenen Tür endet, noch an der Landesgrenze und nicht einmal am Horizont des eigenen Planeten.
sinn
Mir scheint das neue, lächelnde, leichte und dennoch enthusiastische Zentrum dieses Bewusstseins, ist der Kosmos selbst. Ein kosmozentrisches Bewusstsein, welches diesen Kosmos nicht länger nur da draußen sucht, sondern ihn gleichzeitig tief im eigenen Gewissen erlebt.
Sinn
"Im Weltenall da draußen - in Seelentiefen drinnen."
(R. Steiner)

Was immer Sie wählen - achten Sie doch einmal vor und nach der Wahl auf diese Menschen. Man erkennt sie daran, dass sie einfach über Grenzen gehen.

Mit einem lieben Lächeln und klarer Kraft.

Kein neuer Wahnsinn. Ein neuer Sinn.

Mittwoch, 23. September 2009

Höflichkeit wird zu Herzenstakt


TUGEND
"Höflichkeit wird zu Herzenstakt".

In unserem Haus gehen viele Menschen ein und aus. Manche sind höflicher, andere weniger. Die Höflichen sind mir lieber. So einfach ist das – und doch nicht ganz. Denn die gekünstelt, scheinheiligen Höflichen mag ich auch nicht. Ich mag diejenigen, die gleichermaßen höfflich, offen und autark sind. Ich mag die Höflichkeit die von Herzen kommt.

Aber wie kommt die Höflichkeit in das Herz hinein und aus dem Herz hinaus? Ganz einfach: Indem man Höflichkeit praktiziert und dadurch erfährt, wie diese Tugend uns beglückt. Ich habe erfahren, dass es dazu hilfreich sein kann, die Perspektive zu wechseln.

Ich war es gewohnt, mich als Hauptrolle in meinem eigenen Film zu fühlen – höflich zu sein bedeutet aber, die beste Nebenrolle im Film unserer Mitmenschen zu spielen.

Wenn Sie wollen, dann überlegen Sie sich doch einmal, welchen begleitenden und attraktiven Part sie im Leben ihrer Mitmenschen spielen wollen.
TUGEND
Wie könnten sie eine sympathische, freundliche und erfrischende Figur in den Lebensfilmen ihrer Familien, Freunden oder Kollegen werden – ohne sich jedoch selber als Hauptrolle aufzudrängen?

Höfflichkeit soll nicht die Wahrheit unserer Worte und Absichten vernebeln oder Fallstricke spannen. Höfflichkeit sorgt für ein angenehmes Dialog-Klima und ist das Sicherheitsnetz der Kommunikation.

Und es gibt unendlich viele Übungsfelder, die uns täglich einladen, unser Herz auf den gesunden Rhythmus der Höflichkeit einzustellen: Indem wir respektvoll über andere Menschen sprechen, uns von Klatsch fern halten, nichts verkomplizieren, ehrliche Komplimente verteilen, Verabredungen einhalten, anderen den Vortritt lassen und die Tischmanieren pflegen.

Klingt das zu banal? Nun, die Anregung zu denen Rudolf Steiners Monatstugend inspirieren, könnten einfacher nicht sein:

Sagen Sie beim Bäcker anstatt „Ich bekomme vier Brötchen“, „Ich hätte bitte gerne vier Brötchen“. Sagen Sie stets „Bitte“ und „Danke“ und „Sehr gern geschehen“. Lächeln Sie dabei. Lächeln sie überhaupt so viel wie möglich – auch wenn es Ihnen am Anfang blöd vorkommt. Blöd ist es nur, solange wir angestrengt üben.

Versuchen Sie ihr Lächeln immer tiefer in ihre eigene Seele sinken zu lassen. Lächeln Sie in sich hinein. Bis ihre Seele dieses leise Lächeln eines Buddhas zurückstrahlt.

TUGEND
Nach einiger Zeit wird Ihr Lächeln wie ein Atmen sein – ein selbstverständliches Leuchten aus Ihrer Mitte.

Die tägliche Praxis der Höflichkeit lässt unsere Seele mehr und mehr in freundlichen Farben blühen und macht unser Herz zu einer Heimat für jedermann. Dann beginnen wir im Takt dieses neuen Herzschlages zu leben und sehr schnell fühlen wir, wie wohltuend und gesund das für uns selber ist und wie heilsam diese Haltung auf unsere Umfeld abfärbt.

Höflichkeit wird zu Herzenstakt.

Herzenstakt lebt in dem Empfinden aus Nähe und Distanz. Es ist eine tänzerische Bewegung auf unsere Mitmenschen zu, sie beobachtet deren Reaktion und schwingt dann wieder zurück um sich spielerisch wieder anzunähern – immer darauf bedacht, die majestätische, unantastbare Würde des Gegenüber zu achten. (Und wo diese Würde missachtet wird, gerät auch diese Tugend an ihre Grenze).

Doch letztlich liegt hier das spirituelle Geheimnis der Herzenshöflichkeit und in der Urgeste der Höflichkeit, der Begrüßung nämlich, wird ihr Geheimnis offenbar: Die weltweit am meisten praktizierte Begrüßungsgeste besteht darin, die eigenen Innenhandflächen zusammenzuführen, in die Nähe des Herzens zu legen und den Kopf leicht zu beugen.

„Namaste“ sagt man zu dieser Geste und der bedeutende spirituelle Lehrer Deepak Chopra erklärt diese Aussage so: „Ich ehre in dir den göttlichen Geist, den ich auch in mir selbst ehre – und ich weiß, dass wir somit eins sind.“

Wir grüßen im „Du“ des Gegenüber auch unser eigenes „Ich“ und ehren so unsere Verschiedenheiten als Facetten des unteilbaren Einen. Im Herzenstakt grüßen wir in allen Menschen das selbe Licht, die selben Liebe und die selbe evolutionären Energie – es ist ein choraler Herzenstakt.

Die in unserer Kultur ausgeübte Geste, sich gegenseitig die Hände zu reichen – also die Innenhandflächen des Mitmenschen mit unseren eigenen zusammenführen – ist ein Weg dahin, die Einheit auch in der Dualität zu fühlen.

Wenn Höflichkeit zu Herzenstakt geworden ist, erkennen wir – in den Worten Steiners – „in jedem Menschen das Ebenbild der Gottheit...dann wird jede Begegnung jedes Menschen mit jedem Menschen eine religiöse Handlung, ein Sakrament sein.“

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. Und bitte: Seien Sie tugendhaft.

Dienstag, 22. September 2009

Freiheit als Kuss

Manche Lektionen lernt man nur, wenn sie einen direkt zwischen die Augen treffen. Und sofort töten. Wenn wahre Freiheit Dich zwischen die Augen trifft, dann tötet sie Dich so schnell, dass Du nie erfahren wirst was Freiheit bedeutet. Erst so kann sich Freiheit einstellen. Als Dein wirkliches Selbst.

Egal welche spirituellen Erfahrungen Du jemals erlebt hast, egal wie intensiv Du jemals Freiheit erfahren hast – was war immer da? Die ganze Zeit? Du! Immer ist jemand da gewesen, der diese Erfahrungen gemacht hat. Immer hat eine Person dieses oder jenes erfahren. Zum Beispiel Freiheit. Und das ist dann auch schon das Ende der Freiheit.

Denn alles was „mir“ widerfahren ist, hat mit Freiheit nichts zu tun. Denn solange noch „hier“ eine Person ist und „dort“ Freiheit, solange ist Trennung – und Freiheit ist das Ende alles Trennenden.

Wenn Freiheit Dich zwischen die Augen trifft, dann kannst Du Freiheit nicht mehr erleben – denn es ist das Ende Deiner Person. Damit enden alle Vorstellungen. Es enden Kampf, Schmerz und Leid. Es enden aber auch Hoffnung und der Glaube daran, dass Schmerz und Leid einen tiefern Sinn hätten.

Wenn Dich Freiheit zwischen die Augen trifft, wird sich die Erfahrung ausdehnen, dass nichts bleibt und es niemanden gibt der das bedauern kann. Auch nicht Du.

Alles ist Irrtum. „Man ist der Irrtum, er ist ein Teil der Wirklichkeit, und zwar der eigenen Wirklichkeit. Ein solches Erlebnis hat etwas Vernichtendes für das eigene Selbst.“ (Rudolf Steiner)

Wenn Dein Selbst vernichtet ist, dann machst Du nicht länger diese oder jene Erfahrung. Du erlebst dann nicht mehr Freiheit – nein: Freiheit stellt sich ein, wenn das individuelle und getrennte „ich“ verschwindet. Einfach so. Und das „Ich ist einfach Freiheit, die als Ich erscheint.“ (Richard Sylvester).

Dein Ich-Erleben transformiert sich zu Freiheits-Erleben.

In dieser Freiheit endet alles Suchen - Du bist angekommen und stellst fest, Du warst immer schon da - Du in allem. Alles in Dir. Alles als manifestierte Freiheit. Das Manifest wird verschwinden - Freiheit bleibt Freiheit.

Einfaches, friedvolles Sein stellt sich sein: Ein Milchkaffee ist ein Milchkaffe. Ein Frosch springt ins Wasser - plitsch platsch. Ein Kuss ist ein Kuss. Freiheit manifestiert frei.

Freiheit war immer da. Als Frosch. Als Plitsch. Als Platsch. Als Kuss. Als Du.

Warum konntest Du sie nie sehen? Weil Du selber diese Freiheit in Person warst. Freiheit ist alles. In jedem Fall. Das kannst Du nicht erleben, solange Du Dich als gesonderten, als individueller Fall erlebst.

Erst wenn Dich Freiheit zwischen die Augen trifft und sofort tötet und Du in jedem Fall aufstehst, dann stellt sich Freiheit ein. Als Dein wirkliches Selbst. Als "Ich-Bin-das-Ich-Bin." Das selbe Ich-Bin in Allem. Als Weg. Als Wahrheit.

Als Kuss. Zwischen die Augen.

Sonntag, 20. September 2009

Schattenwelt

Wir Menschen verfügen über eine der erstaunlichsten Fähigkeiten, welche die Evolution hervorgebracht hat. Wir können Teile unseres eigene Selbstes verdrängen. Wir schaffen das Kunststück, Seelenanteile, psychologische Muster und Bedürfnisse, so weit von uns zu schieben, bis sie uns von aussen wieder entgegegen kommen.

Dann erscheinen unsere eigenen, verdrängten Anteile, mit einem fremden Gesicht wieder vor unseren Augen und wir können mit gutem Gewissen und tiefer moralischer Überzeugung mit dem Finger auf dieses Wesen zeigen und schreien: "EIN DÄMON!".

Manche nennen diese Dämonen auch "das Tier in Dir"...
Nun, wie meine Oma immer sagte: "Wenn Du mit einem Finger auf andere Leute zeigst, dann zeigen drei auf Dich zurück.

Was machen, um es mythologisch auszudrücken, die Dämonen der Unterwelt, wenn wir sie nicht in unsere heile Welt lassen? Sie handeln ausserhalb unserer Mauern. Ausserhalb unseres Bewusstseins.

Das könnte man das «Essenerproblem» nennen. Das Problem jener vorchristlichen Sekte, die für sich in Anspruch nahm, nur den höchsten und reinsten moralisch-ethischen Ansprüchen zu genügen. Sie wollten die Reinsten der Reinen sein, nichts Böses oder Frevelhaftes sollte in ihren Reihen Platz haben.
Sie hatten alle beschlossen, die Frage von C. G. Jung, ob man lieber gut oder ganz sein wolle, mit «gut» zu beantworten.
SCHATTEN
Und tatsächlich: Sie schafften es, das Böse aus ihrer Mitte zu entfernen. Aber wo waren die Dämonen jetzt? Sie saßen draußen vor dem Stadttor. Hungriger als je zuvor.

Rudolf Steiner fasst die Erkenntnis und Erfahrung, dass man das Böse nicht vor die Tore des eigenen Selbst verdrängen kann, in ein Bild, eine wirkungsmächteige Imagination zusammen. Er nennt die nicht ins Bewusstsein und das tägliche Leben integrierten Kräfte «Ahriman» und «Luzifer».

Diese beiden «Wesen» stehen als kraftvolles Symbol für die beiden Fliehkräfte, die unser Gleichgewicht bedrohen. Der eine, Ahriman, steht für die Kraft, die an die Materie fesselt, für die Erdsucht. Der andere, Luzifer, steht sinnbildhaft für die Erdflucht, also für alles, was einen aus der Verantwortung, die mit dem Menschsein verbunden ist, in den Rausch und die Realitätsflucht zieht.

Steiner beschreibt nun in seinem sogenannten «Fünften Evangelium», wie Jesus an den Toren der Essener vorbeikommt. Dort sieht er Luzifer und Ahriman sitzen, er sieht, wie sie aus der Stadt fliehen müssen, und ist schockiert über diese Flucht. BILD

Lange fragt Jesus sich, warum ihn dieses Bild der beiden Dämonen vor den Toren so erschüttert, immerhin haben es die Essener geschafft, dass das Böse keine Macht mehr über sie hat. Schatten

"Diese Frage brachte er nicht mehr los aus seiner Seele, diese Frage brannte wie Feuer in seiner Seele; mit dieser Frage ging er, stündlich, ja minütlich sie erlebend, in den nächsten Wochen umher: Wohin fliehen Luzifer und Ahriman … ?"

Jesus sah, dass wir durch unser Leben im Bemühen um das Gute, Wahre und Schöne die Dämonen zur Flucht trieben. Und er erschrak, als er erkannte, wohin die Dämonen flohen. "Sie schicken dadurch Luzifer und Ahriman hin zu den anderen Menschen, um selber glücklich zu sein."

"Die anderen Menschen" - das ist das große Bild für den Teil, den wir von unserem Tagesbewusstsein abgetrennt haben.
GEIST
"Die anderen Menschen" - das ist das Wort für den anderen Menschen". Ein Bild für den Schattenmenschen. Ein Bild für den Menschen, der wir sind, der wir aber nicht sein wollen....Und der dennoch existiert.
LICHT
Die UNTERWELT ist genau da, wo die GEISTIGE WELT auch ist. In uns und in allen lebendigen Wesen.
geist
Menschen, die sich dagegen entschlossen haben, «ganz» zu sein, haben sich dazu entschlossen, «Nein» zu einem bestimmten Teil ihrer Persönlichkeit zu sagen.

An dieser Stelle beginnen die Spannung und Herausforderung, die wir allen spüren, wenn wir über das Thema "Schattenarbeit", "Doppelgänger" oder "verdrängtes Selbst" sprechen.

Wie geht die Anthroposophie mit dieser "Ganz oder Gut" Frage um? Gibt es einen spezifisch anthroposophsichen Weg der Schattenarbeit und welche ist das? Was können wir von den starken und positiven Errungenschaften der anthroposophischen Schattenarbeit lernen und welche großen Irrtümer haben sich mit der Zeit eingeschlichen?
GEIST
Inwiefern kann die integrale Spiritualität Ken Wilbers, im Dialog mit der Anthroposophie Rudolf Steiners etwas neues für uns alle kreieren, damit das TIER in UNS seine guten Kräfte entfalten kann und nicht länger als Dämon gejagt wird?
geist
Ich freue mich sehr über die Einladung des Integralen Salons in Frankfurt und über die Gelegenheit über dieses so brutal wichtige Thema sprechen zu können. Im Dialog mit allen die da sind.
DIALOG
MONTAG, 21. SEPTEMBER, 19:00 bis 21:00 Uhr, Teescheune in Frankfurt Niederursel, Alt-Niederursel 42

Samstag, 19. September 2009

Glück im Regen


Ließ einmal laut folgenden Satz: "Es regnet". Und jetzt stell Dir vor wie es wirklich ist, wenn es regnet. Wie ist das? Regnet ES? Nein! Das Wort "ES" ist dann bloß ein Wort - sobald Du wirklich im Regen stehts, hat das Wort ES keine Wirklichkeit mehr. Dann ist es so: Regen fällt. Da fällt kein ES. Da gibt es kein ES. Regen fällt. Nichts weiter.

Wenn Du das wirklich erfährst - also keine Theorie darum bildest, sondern wirklich naß im Regen stehst und erlebst "Regen fällt- nichts weiter". Dann verstehst Du vielleicht auch etwas von Dir und dem Glück.
Denn, Richard Sylvester zeigt es an diesem Beispiel, das Wort "Ich" in dem Satz "Ich bin glücklich" hat exakt das gleiche Gewicht wie das Wort "Es" in dem Satz "Es regnet".

Da gibt es kein ES. Und es gibt kein ICH.
Glück stellt sich ein.
Nichts weiter.
:
Ich wünsche Dir einen guten Start in den Tag. Sei DU so sehr Segen, dass DU verschwindest und nur SEGEN erscheint.

Mittwoch, 16. September 2009

Menschenwürde

Es ist 05:42. Ich habe eine Stunden meditiert. In 20 Minuten wecke ich meinen Sohn und dann beginnt ein neuer Tag. Meine Seele richtet sich auf den kommenden Freitag. Dann startet in Gelsenkirchen unser ÖKOMED-Jahresprojekt.

Wir werden mit jungen Menschen den Wert & die Kraft & das Rätsel der Meditation neu verstehen. Da bin ich mir sicher. Ich bin bereit zu lehren und ich bin bereit zu lernen.

Eingeladen sind junge Menschen. Auch diejenigen, für die Meditation etwas ganz neues ist und vielleicht auch wie etwas verrücktes erscheint - und dennoch einen Reiz ausübt...Warum gilt Meditation in allen Weisheitstraditionen als der Königsweg zur inneren Mitte? Warum kann jeder sofort anfangen zu meditieren - ohne jegliche Vorkenntnis?

Und warum ist die Leere und Stille der Meditation gleichzeitig eine solche Herausforderung? (Gerade für solche Menschen, die meinen über alles und jeden ein Urteil fällen zu können. Gerade für Menschen die sich für klug halten und immer eine Meinung zu allen Dingen haben).

Meditation ist praktizierte Freiheit. Und nichts beginnt davor. Alles explodiert aus dieser Freiheit und Leerheit heraus.

Wenn wir öffentlich meditieren, dann sind wir Repräsentanten dieser Freiheit. Wir nehmen uns die Freheit öffentlich da zu sein. Als Mensch in Würde.

Stille.
Ein Mensch.
Ist.
Einfach.
Da.
Stille.

"Guerilla Meditation" bedeutet dort zu sein, wo Menschenwürde immer wieder mit Füßen getreten wird. Mitten in der Stadt. "Guerilla Meditation" bedeutet sich in der Würde zu zeigen, die Stärker ist als alle Fußtritte. "Guerilla-Meditation" ist spirituelle Zivilcourage.

"Guerilla Meditation" ist eine Einladung, sich ein Menschenbild zu machen: Schaut genau hin: Das ist der Mensch!

So still.
So Edel.

Wir zeigen uns. Schaut auf uns. Setzt Dich selber herab und fühle was es bedeutet alles aufzugeben und alles anzunehmen.

Fühle die aufrechte Würde in einer verbogenen Welt. Sitze still mitten im Lärm der andauernden Reize & Anforderungen & Perversionen und fühle, was es bedeutet bereits in jedem Augenblick die WÜRDE in PERSON zu sein.
WÜRDE
Ich bin ein Mensch. Vollkommen. Und ich sitze hier. Meine Würde ist nicht abhängig davon was ich tue, was ich verdiene, wie ich heisse, woher ich komme oder gehe, wer ich bin, was ich kann, denke, fühle oder weiss. Meine Würde ist nicht abhängig.

Mein Würde ist.
Eine Tatsache.

Ich kann meine Würde nicht verlieren & nicht suchen & nicht finden.

Ich.
Bin.
Menschenwürde.
WACH & UNANTASTBAR.

Es ist 06:02 Uhr. Ich wecke jetzt meinen Sohn. In Wahrheit ist er bereits wach. Immer schon.
WÜRDE
In Gedenken an Dominik B. Und in Gedenken an die Täter. Denn sie wissen nicht was sie tun.

Dienstag, 15. September 2009

Sturm durch Deutschland

Der Sturm zieht durch Deutschland. Er kommt aus dem Ruhrgebiet und zieht bis zum Bodensee. Von gestern auf heute war er bei mir in Meckenheim. Von heute auf morgen (15.09 auf 16.09) kommt er durch Neuwied am Rhein und danach zieht er...vielleicht bei Dir auf?

Der Sturm heisst mit Vornamen Jannis.

„Ich bin 20 Jahre alt , habe vor einem Jahr mein Abitur an der Waldorfschule in Witten gemacht und bin dort auch schon in den Waldorfkindergarten gegangen. Nach dem Abitur habe ich mein Freiwilliges Soziales Jahr im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke gemacht.
In der Kinder -und Jugendpsychosomatik. Im Verlauf dieses Jahres habe ich mich dazu entschlossen eine lange Wanderung zu machen.“

Mit Jannis kann man reden. Ich meine, so richtig reden. Reden und lachen.
JANNIS
Hinter ihm leuchtet anstrengungslos die raumlose und zeitlose Ewigkeit und in ihm drängt alles auf Veränderungund Entwicklung zum Guten. „Ich meine dieses ewige und leuchtende Licht des Guten in allen Menschen, dass soll sich in reale Werte des Lebens verwandeln“, sagt Jannis.

„Das Gute soll sich ausbreiten – weißt Du, ich meine nicht das oder das Gute. Ich meine DAS GUTE!“

Fasst könnte man meinen, seine Wanderung ist sein momentaner Beitrag dazu, dass sich DAS GUTE seinen Weg sucht...und irgendwie ist das auch so.

Warum wanderst Du durch Deutschland?

„Zum Einen, da ich eine große Lust am Wandern habe, und es mich ganz einfach reizt, mich lange körperlich zu bewegen. Zudem freue ich mich auf neue Erlebnisse meiner Aussenwelt und meiner selbst. Mein eigentliches Anliegen ist jedoch eine geistige Reinigung von negativen, belastenden Abhängigkeiten, in denen ich mit mir selbst stehe.“

Jannis ist sensibel – aber lässig und fröhlich sensibel, nicht hysterisch sensibel: „Ebenfalls erhoffe ich meine Wahrnehmungsfähigkeit, für die Aussenwelt, für mich selbst und den Geist in allem zu schulen.“

Dann erzählt Jannis noch was einer Reinigung bedarf. Was transformiert und geheilt werden muss und wo es ihn hindrängt. Er erzählt von Judo , Volleyball und Fussball und von seiner keltischen Harfe...und so, so viele Dinge hat er nicht erzählt. Und doch will es gehört werden: Vielleicht von Dir? Hast Du Jannis was zu sagen?

Jannis Sturm hat Rudolf Steiner im Herzen, Ken Wilber im Rucksack und ihm liegt die Welt zu Füßen. Auf dieser Welt wandert Jannis Sturm.

Von dort nach dort. Gestern war er bei mir, heute ist er in Neuwied am Rhein und morgen weiss er nicht wo er sein wird.

Jannis ist ein Mensch, der darauf angewiesen ist, dass Menschen ihm Abends die Tür öffnen, ein Nachtessen anbieten, ein Bett machen (oder eine Ecke für seine Schlafmatte überlassen) und am nächsten Morgen mit Frühstück und Segen zum nächsten Haus ziehen lassen. Und Jannis mag das Gespräch. Und es macht Spaß mit Jannis zu sprechen.

Es muss am Rhein bleiben – nicht sklavisch eng und dennoch in seiner Nähe.

Wenn Du in diesem geografischen Raum lebst, oder jemanden kennst der dort lebt, dann bitte ich Dich, dass Du Jannis eine Tür anbietest die sich öffnet. Morgen und in den nächsten Tagen und Wochen. Zwischen Neuwied und dem Bodensee.

Jannis Sturm wandert durch Deutschland und irgendwie ist er jetzt auch durch mich gewandert und hat Spuren des Guten hinterlassen und ich mag den Gedanken, dass diese Seite (die Du jetzt gerade liest) ihm weitere Türen öffnet...und am Ende wird es eine Bedeutung für uns ALLE haben.

Unter dieser Nummer kannst Du Jannis Sturm eine Tür öffnen – und bitte: Grüße ihn von mir. Und zwar herzlich!

Mobil: 01 76 78 46 3 477

Glück auf!

Sonntag, 13. September 2009

Yes we surf! Yes we serve!

Und weiter geht’s! 57% sagten „JA“. 18% sagten „NEIN“ und 24% der insgesamt 49 Stimmberechtigten sagten gar nichts. Bei der Jahresversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft in NRW war die Frage klar und die Antwort letztlich auch: Soll ich weiter im Verantwortungsgremium der NRW-Anthroposophen Verantwortung übernehmen oder nicht?

Ich freue mich über das positive Votum der Mitglieder. Es ist nur vordergründig ein starkes Votum für mich.
GEIST
Es ist ein starkes Votum für eine Anthroposophie, die zwar mit Rudolf Steiner ein geistiges Gravitationsfeld hat, die aber neben ihm noch andere spirituellen Größen willkommen heisst. Willkommen Ken Wilber! Willkommen Andrew Cohen! Willkommen Eckart Tolle! Willkommen Amma! Willkommen Helden! Willkommen IHR Auserwählten!

Es ist ein bejahendes Votum, welches mich motiviert, weiter mit allen spirituellen Freunden zusammenzuarbeiten, die eines guten Willens sind. Spirituelle Freunde, ohne Scheuklappen und Grenzen. Spirituelle Freunde, die nie mehr hinter ihre rationalen Erungenschaften zurückfallen wollen, die nicht in der Rationalität stecken bleiben - die über Rationalität hinausgehen.

NO-ANGELS - aber ein neues Verstehen und Interpretieren von subtiler Energien, authentischen Erfahrungen und komplexen Wahrnehmungen. GEIST

Es ist ein Signal-Votum, für eine Anthroposophie, die mit dem Satz „Du musst Dein Leben ändern“ nicht nur anderen Menschen motivieren will zu wachsen, sondern selber diese Veränderung repräsentiert. GEIST

Wachstum, Evolution und Entwicklung, dass will Anthroposophie nicht nur für alle lebendige Wesen - Wachstum, Evolution und Entwicklung, das ist das Wesen der Anthroposophie selber.
GEIST
Ich freue mich sehr über dieses deutliche Ja-Votum, weil es die Welle größer und stärker macht. Je größer und kräftiger die Welle, desto mehr macht das Surfen spaß!
GEIST
Danke von Herzen an alle, die mich unterstützt haben - hier und anderswo. Danke für die Ja-Stimme und Danke für die Nein-Stimmen...beides motiviert mich weiter, der MISSION MENSCH zu dienen. Zusammen mit EUCH!
GEIST
Seit gestern ist die Welle gewachsen – und das Surfen geht weiter!
GEIST
Yes we surf! Yes we serve!

Donnerstag, 10. September 2009

Die Kultur der Zukunft

Was denkst Du, wozu ist die Demeter-Möhre da? Oder die Waldorfschule? Oder die anthroposophische Medizin? Natürlich: Für den Menschen. Und ja, natürlich auch für die ganze Natur. Natürlich. Aber ist das alles? Für mich gibt es etwas, das darüber hinaus geht. Etwas, wo Anthroposophie erst beginnt.

Ich empfinde mich als ein Aspekt von etwas, das größer ist als ich selbst.

Gleichzeitig bin ich im tiefsten und höchsten Sinne bereits jetzt dieses Größere in seiner ganzen Vollkommenheit. In der Religion würde ich vielleicht "Gott" zu demjenigen sagen, was sich durch mich (und Dich) ausdrücken will und was ich (und Du) im tiefsten und höchsten Sinne bereits immer schon sind und waren.

Hegel könnte Weltgeist dazu sagen, für andere ist es die "Idee", "Bewusstsein", "das Universum" oder einfach "GEIST". Könnte es sein, dass dieser eine GEIST (von dem ich und Du ungetrennt bist) sich nach immer angemesseneren Ausdrucksformen sehnt?

Auch in einer Möhre, in moderner Pädagogik oder einer heilsamen Medizin?

Früher dachte ich, alles müsse sich vergeistigen. Immer mehr auflösen - ich wollte sozusagen den manifestierten Geist zum unmanifestierten GEIST befreien.

Mittlerweile erkenne ich in dem spektakulären Drang der Evolution diesen einen und unmanifestierten GEIST, der mit aller Macht zum Geist in den vielen Dingen drängt - Bewusstsein will sich inkarnieren. Und zwar aus einem Grund: Weil dieser universelle GEIST erleben will, wie es ist, eine guten Möhre, eine lebendige Erziehungskunst und eine gesundende Arznei zu werden.

Der Weltgeist - um es mit Hegel zu sagen und in Steiner überzuleiten - empfindet Fragen über sein Wesen so als Lebensnotwendigkeit, wie man Hunger und Durst empfindet. Doch der Weltgeist will sich nicht nur hegelhaft in der "absoluten Vernunft der Philosophie" wiedererkennen. Vielmehr sucht er seine eigene kosmische Melodie in allen Dingen, die da "träumen fort und fort. Und die Welt fängt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort."

In der Anthroposophie geht es immer um die Menschen und die Natur - aber sie findet erst da ihre Vollendung, wo sie dem universellen GEIST ermöglicht, seinen Durst nach sich selbst zu stillen. In der konkreten Kultur.

Als Demeter-Möhre erfährt der GEIST mehr über sich, als in einer konventionellen Möhre. Warum? Weil Demeter-Möhren aus exakt dem Bewusstsein heraus gehegt und gepflegt werden, welches sich in ihnen selbst erkennen will.

Im unbändigen Vordringen der Evolution drückt sich das Verlangen des unmanifesten GEISTES aus, sich seiner selbst im manifesten Leben immer bewusster zu werden und dort zu immer neuer Blüte zu reifen.

Wenn Du also eine Demeter-Möhre isst und die Möhre schmeckt nach Universum, weisst Du, wer diesen Geschmack dann (wieder)erkennt? Das Universum selbst, welches sich auch in Dir ausdrückt und so zur Erscheinung kommt, wie Du eben jetzt gerade bist.
(Und das nennt Rudolf Steiner, für sein damaliges Christen-Publikum zugeschnitten: "Das Erscheinen des Christus im Ätherischen" Er will seinem Publikum damit bewusst werden zu lassen, dass wir tatsächlich und bis in unsere Vitalfunktionen, bis in unsere reale Erscheinung, bis in unser pulsierendes Blut hinein diese IDEE, diesen einen und untrennbaren GEIST verkörpern können und in jedem Leben erkennen können. In unserem Leben und in der Möhre, der Medizin, der Pädagogik).

Wie könnte man diesen spirituellen Aspekt der Anthroposophie so leben und darstellen, dass er nicht hinter die Aufklärung und in die Religion zurückfällt?

Nicht nur Anthroposophen befassen sich mit solchen Fragen, aus denen eine Kultur der Zukunft wächst.

Viele Menschen übernehmen bereits jetzt begeistert Verantwortung für eine solche Kultur der Zukunft.

So findet vom 9. bis 11. Oktober die 4. Herbstakademie Frankfurt statt, eine Kooperation von EnlightenNext, DIA - Die Integrale Akademie und der Zeitschrift info3 - Anthroposophie im Dialog.

Was vor vier Jahren als erste Kooperationsveranstaltung gestartet ist, wurde inzwischen zu einem anerkannten Forum für evolutionäre und integrale Spiritualität.

Das diesjährige Thema lautet:



Diese Tagung beginnt bereits, bevor sie beginnt - als Webcastserie!


Und beteilige Dich gerne ab sofort und in Zukunft live an der Vorbereitung der Tagung - egal wo Du bist: Schalte Dich per Telefon und PC daz. Hier gibts alle Infos!

Am 1.Oktober, freue ich mich auf den gemeinsamen Live-Dialog im Webcast mit Dr. Tom Steiniger , dem Chefredakteur der deutschen Ausgabe von EnlightenNext - und es wäre eine wunderbare Gelegenheit und Herausforderung, wenn viele von Euch dabei sein könnten!
geist
Hören und sprechen wir uns?

Mittwoch, 9. September 2009

Die Welle surfen

Als ich vor drei Jahren die integrale Spiritualität Ken Wilbers entdeckte, da hätte ich nicht gedacht, welche Wellen das schlagen würde. Für mich persönlich bedeutete dies, dass sich mein ganzes Leben änderte. Ich kann ganz einfach sagen, wie es sich verändert hat: Alles wurde besser! Am besten wurde Anthroposophie. Noch immer surfe ich die Welle, die sich aufbäumte, als Ken Wilber aus dem Meer meines bisherigen geistigen Lebens auftauchte.

Ich kann die Welle surfen, weil Rudolf Steiner mir beigebracht hat, wie man dieses Brett benutzt. Er lehrte mich, „statt in die Welt hineinzustarren, die in Glück und Unglück das Ich auf ihren Wellen trägt“, das Ich zu finden, „das wollend das eigene Schicksal gestaltet“.

Ich bin nicht so der Rückblick-Typ. Darum will ich nur kurz beschreiben, wie das Wochenendseminar zu Rudolf Steiner und Ken Wilber gewesen ist.
GLÜCK
Ein Blick zurück im Glück: Dass trotz mancher Widerstände, alles in allem zwanzig Menschen das nicht ganz billige Wochenendseminar im Haus der Anthroposophischen Gesellschaft NRW besuchten, ist sicherlich nicht nur ein guter Anfang, sondern ein großer Erfolg!

Ich habe sehr für dieses Seminar gekämpft. Weil ich zutiefst davon überzeugt bin, dass Anthroposophie diese integrale Landkarte benötigt. Zum einen, um ihre überragenden Stärken auszuspielen und zum anderen, um ihr eklatanten Schwächen auszumerzen.

Ja, es war schon ein seltsames Gefühl, in den alt-ehrwürdigen Zweigräumen in Bochum die Kraft des Tai Chi zu erleben – kongenial gelehrt von Stefan Stark.

Und als wir Ken Wilber tägliche Meditation praktizierten und Steiners Seelenübungen verinnerlichten – da wurde mir erst bewusst, dass niemand mehr hinter dieses Wellen-Wochenende zurück kann.

Die Welle war angekommen und sie beginnt sich erst langsam aufzubauen – da helfen auch keine Mauern der Angst und keine Bollwerke aus dem Sand der Gewohnheiten....und wie schön: Als wir das Seminar beendeten, begann der "Tag der offenen Tür" in unserem Tagungsgebäude. Na bitte.

Ein wirklicher Glücksfall – auch für die Anthroposophie – ist Michael Habecker. Seine innere Gedankenklarheit, bei gleichzeitiger Herzenswärme ließ immer und immer wieder den Satz Steiners in mir klingen, mit dem dieser den Beginn des sogenannten „Michaelzeitalters“ zusammenfasste. (Was in der Anthroposophie das „Michaelzeitalter“ ist und mit der „Bewusstseinsseele“ zusammenhängt, wird in der integralen Karte als „Zweites-Rang Bewusstsein“ bezeichnet.) Steiner: „Die Herzen beginnen, Gedanken zu haben; die Begeisterung entströmt nicht mehr bloß mystischem Dunkel, sondern gedankengetragener Seelenklarheit.“

Wenn Habecker sprach, gelang es uns immer wieder einfach und schnell, Links zur Anthroposophie zu setzen und Widersprüche zu transzendieren - selbst die leidige Rassimus-Frage lässt sich mit Hilfe der integralen Karte und Sprache, in wenigen Minuten aufklären. Die integrale Sprache wird zum Esperanto der Spiritualität.

Und nochwas wurde mir schlagartig klar: Ohne Steiner, ohne die Anthroposophie und ohne die unermüdliche inneren und äusseren Anstregungen der Anthroposophen (auch der Gesellschaft), hätte dieser Tag nie im Leben stattfinden können. Ich bin dafür sehr dankbar!

Wir haben alles gegeben (und doch müssten wir beim nächsten mal so viel besser machen), doch am Ende war alles wie ein großes und anstrengungsloses Geschenk des Himmels.

Ich bin einfach glücklich darüber, dass dieser Tag möglich war. Glücklich, dass so viele und vor allem so innig liebevolle und spirituell erwachsene Menschen dabei sind. Auch glücklich darüber, dass Schmerz und brennende Fragen nicht ausgeschlossen, sondern eingeladen waren. Und vor allem darüber, dass dieser Anfang gemacht ist.

Wo kommen nur alle diese wunderbaren Menschen her?

Wenn ich in die frischen und von innerer Begeisterung strahlenden Gesichter blicke - die durchaus wissen, wie sich Schmerz anfühlt und was es bedueutet am Ende zu sein - dann weiss ich woher sie kommen. Sie surfen mit der Welle.

Die Welle hat ganz sicher nichts damit zu tun, dass man Wilber-Fan werden muss. Sie hat damit zu tun, dass man die beste Version seines ganz individuellen Lebens leben will - die höchste, tiefste, innerlichste und umfassenste Version. Und die jeweils modernste Version - diese Menschen sind sich treu, jedoch jeden Tag in einer angemesseneren Weise. Ach, ja: Und dabei ruhen sie gleichzeitig lässig liebend in der Tiefe des Ozeans - unberührt vom Wellen-Theater.

Rudolf Steiner wollte die Wellen des Lebens nie los werden. Er wollte die Welle surfen. Für ihn war die Welle kein Feind. Er kannte das Meer und die Wellen waren der immer neue, immer einzigartige Ausdruck des einen Ozeans. Er wollte nicht im Einen versinken, er wollte die immer neuen Entfaltungen des Einen reiten.

Zu surfen, das bedeutet nicht, dass man nicht leidet. Es bedeutet nicht, dass alles leicht ist. Surfen erfordert Mut und Energie. Man kann sich blaue Flecken holen und böse Verletzungen...Aber surfen macht FREUDE – und das ist etwas, worauf ich stehe!

Wenn am Wochenende in den gleichen Räumen die Jahresversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft NRW stattfindet – zu der auch Ramon Brüll von der Zeitschrift info3 eingeladen ist und mit dem anthroposophischen Generalsekretär diskutiert – dann wird dieser Kellerraum für mich anders sein.

Ich werde das Meer riechen. Diesen unvergleichlichen Geruch von Frische und Weite. Ich werde, das Salz noch schmecken und ich werde mich mit allen, denen der Spaß einfach nicht vergeht, in die Wellen werfen und die Welle surfen -ich werde dankbar sein.

Dankbar für die Steiner-Surfer-Schule. Dankbar für die Wilber-Welle.

Denn „surfen macht Freude, erfrischt und belebt, auch wenn es sehr schmerzvoll, schwierig und angsterfüllt sein kann“. (Ken Wilber)



SUBSTANZ UND BEWEGUNG –
Wohin entwickelt sich Anthroposophische Gesellschaft?
Am Samstag, den 12. September 2009 von 10.00 bis 18.00 Uhr im

Montag, 7. September 2009

Augen zu. Mund zu. Herz auf!

Als mein Vater seinen zweiten oder dritten Hirnschlag hatte und ich alleine Zuhause saß, während meine Mutter mit ihrem Auto hinter dem Krankenwagen her in die Klinik fuhr, schaltete ich den Fernseher an. Ich weiss nicht mehr welche Sendung lief – aber ich weiss, dass dutzende Sendungen liefen. Eine lauter, schriller und penetranter als die andere. Ich dachte: „Wie kann das sein? Mein Vater kämpft mit dem Tod und ihr dreht das Glücksrad?“.

Was ich gebraucht hätte wäre Stille. Keine tödliche Stille, die zufällig und unheimlich da ist. Auch keine die entsteht wenn man alles abschaltet und ängstlich lauscht.

Nein, eine lebendige Stille. Eine Stille, die von Menschen gewollt ist. Jemand, der mit mir den einzigen Raum öffnet, in dem mein Schmerz nicht wie verrückt gegen die Wand rennt.

Eine raumlose Stille, die aus der Mitte des Menschen kommt. Eine Stille die machtvoll jeden Terror des inneren und äusseren Lärms aufnimmt. Eine bewusste Stille. Eine Stille, in der jeder Schmerz verhallt, jedes Leid an den uferlosen Weiten zerfließt und jeder kurzlebige Witz sich in der Ferne verläuft.

Eine Stille, in der jede Endlichkeit ihre ewige Ruhe findet. Eine Stille, die bis zu der Zeit reicht, als diese Erde noch unerschaffen war. Eine Stille, in der sich diese Vorzeit bis in unser Herz ausdehnt.
STILLE
Wenn wir öffentlich meditieren, dann retten wir damit nicht die Welt. Und wir meditieren auch nicht anstatt uns zu engagieren. Wir tun beides. Das eine kommt aus dem anderen. Die Stille ist unsere Kraft.

Wir meditieren öffentlich, weil durch uns die gute Stille sprechen soll. Diese Stille reinigt Dich – und sie reinigt den Ort. So eine Stille hätte ich gebraucht. Statt Glücksrad und LärmTV.

Wenn Du uns in Deiner Stadt siehst, dann komm einfach her – oder triff Dich schon vorher mit uns.

Mach mit: Augen zu. Mund zu. Herz auf. Stille spricht. Ja, vielleicht werden sie dich komisch angucken – aber Du bist jetzt unberührbar. Du bist jetzt dasjenige, was keinen Trost mehr braucht, keine Hilfe und keine Erklärung und keine Hoffnung.

Du bist jenseits von allem. Und Du verstehst: Das Jenseits ist bereits immer schon im Diesseits. Mitten in Dir. Mitten im Lärm. Mitten in der Stadt.

Die Stille lebt ewig. Du warst immer diese Stille und hast sie nie verloren - sie ist still im Hintergrund. Reine Aufmerksamkeit. Immer da - sobald Du hinter den Lärm gehst.
STille
Darum ist die Stille größer als jede Erklärung und größer als die Hoffnung – sie ist immer in Dir. Auf die Stille kannst Du Dich verlassen.
STILLE

Mittwoch, 2. September 2009

Ein Fenster zum Himmel

Ich bin mal wieder unsicher - aber ich bin mir auch sehr sicher. Ich bin mir unsicher, ob das, was ich gleich tun werde, das Richtig ist (und kann mir die Kritik schon wieder ausmalen). Ich bin mir jedoch sehr sicher, dass IHR, dass Richtige daraus macht. Und vor allem bin ich mir in einem sicher: Die Zeiten der restlosen Sicherheiten sind vorbei. Darum gehts jetzt los.

Unter den sehr vielen schönen und manchmal auch reichlich behämmerten Mails, die ich so bekomme, sind immer wieder ganz besondere Schreiben.
Solche, wo ich stocke, nicht weiter weiss, keine Worte finde, Fragen habe und mir so sehr wünsche, dass mehr Menschen um mich sind, die ohne Zörgern etwas tun.
SEGEN
Im Vertrauen, dass nach der Tat der Segen kommt - nicht davor.
SEGEN
Fast immer antworte ich auf solche Mails, selten antworte ich nicht und nun will ich etwas Neues mit Euch versuchen.

Folgende Mail bekam ich geschickt:

"hallo sebastian,von ganzem herzen möchte ich dir danken für deinen bericht über tränen.

ich bin eine 55 jährige schwer betroffene mutter von einem 31 jährigem sohn,der seit 15 jahren drogen nimmt und dadurch die krankheit schitzophränie bekommen hat.

keiner hat es gewusst,keiner hat es bemerkt und nun ist die Hölle über mich gekommen.weil ich nur noch weinen muss,bin ich auf Dich über google gestoßen.....hoffendlich haben tausend andere weinende muttis auch das glück dich zu finden.ich achte dich, tausend dank.liebe grüße, rosi."

Und jetzt? Was soll ich sagen? Ich kann gerade nichts sagen, aber ich lann das doch nicht einfach so liegen lassen. Ich muss an anderen Ecken und Enden was sagen und ich weiss, dass manche von Euch die besseren Worte finden, andere Erfahrungen haben, selber ein solcher "Sohn" oder eine solche "Mutti" sind oder waren. Und wenn Ihr keine Worte findet, selber ratlos seid - vielleicht kennt Ihr einen Betroffenen, der eine Brücke sein kann.

Ich weiss von Euch, dass Ihr nicht über Tränen lacht, aber vor allem, dass Ihr in der Lage seid, diese Tränen auszuhalten, im Feuer zu stehen und dann über dieses Tränenfeuer hinauszugehen. Diese Frau ist nicht alleine und jetzt muss sie diese Tatsache erleben dürfen.

Meine Bitte an Euch: Macht Euer Herz für Rosi auf, so gut Ihr eben könnt.

Ich werde Rosi diesen Link schicken und Ihr sagen, dass ich Menschen kenne, denen ich vertraue. Ich werde Ihr sagen, dass ich daran glaube, dass Ihr irgendetwas sagen könnt, ein Angebot machen könnt oder ein Ohr aufmacht...Was auch immer...Denn solche Menschen dürfen niemals ungewollt alleine sein. Das ist nicht akzeptabel! Nicht akzeptabel!!!!

Ich kann leider Ihre Mailadresse hier nicht veröffentlichen. Aber Ihr könnt entweder in das Kommentarfeld schreiben, oder mir eine Mail schicken, die ich dann gerne an Rosi weiterleite. (Sebastian-Gronbach@gmx.de)

Wisst Ihr was ich mir wünsche?

Dass Rosi ein Geschenk des Himmels bekommt, dass sie niemals vergessen wird. Nein, viele Geschenke. Es soll etwas passieren, was diese Mutter wieder an das Glück glauben lässt. Etwas, was LEBEN ist. Denn LEBEN ist da und so viele gute Menschen! Und das seid IHR.

Als mein Vater plötzlich totkrank war, wisst Ihr was da passierte? Von 100 "Freunden" ließen sich 90 nie mehr blicken! Und darum müssen sich neue Freunde finden.

"Nun ist die Hölle über mich gekommen" Könnt Ihr ein Fenster zum Himmel öffnen? Besser: Könnt IHR dieses Fenster, dieser Himmel sein?

Bitte?

Ich bin mal wieder unsicher, ob ich das Richtige tue. Aber ich bin sicher, dass IHR das Richtige tut!
LIEBE
LIEBE
-Nachtrag - einen Tag später:
Mittlerweile hat Rosi mir folgende Zeilen geschrieben und erlaubt deren Veröffentlichung auf diesem Blog: Vor EUCH verneige ich mich:
LIEBE
"Lieber Sebastian, und wieder habe ich geweint, geweint vor Freude über Menschen wie Dich und über Menschen die mir Mut zusprechen. Möchte die Kraft aller betroffenen Mütter ausreichen, den Stein festzuhalten, der diesesFenster zum Himmel wieder schliessen könnte.

Liebe Grüße und von Herzen. dankeschön.
Lieber Sebastian diese Mail kann öffentlich gemacht werden. Da ich mich zur Zeit in einem riesigem Tief befinde, ist es mir auch nicht möglich selbst zu schreiben."
LIEBE
LIEBE
So es meine Zeit zulässt, werde ich negative und abwertende Kommentare und Bemerkungen, die nichts mit diesem Thema zu tun haben, in diesem Blog-Beitrag grundsätzlich löschen. ...angesichts des Themas, sollte das jedem mitfühlenden Menschen eine Selbstverständlichkeit sein.

Dienstag, 1. September 2009

Lebendig! Werden!

Wenn Du eine spirituelle Erfahrung gemacht hast, die Dich geöffnet hat und Dich ein Stück weiter und freier hat werden lassen, dann gibt es ein wunderschöne Methode, diese Erfahrung lebendig werden zu lassen. Sie ist sehr einfach – und wird doch herzlich wenig praktiziert.

Nimm diese Erfahrung und trage sie in irgendeine Dimension Deines Alltags. Versuche so spielerisch und zugleich so unbedingt aufrichtig wie nur irgend möglich, diese Erfahrung zu einer Praxis werden zu lassen.

Wenn Du also die unendliche Dimension Deiner inneren Weite erfahren hast, dann gehe sofort zu dem Typ der Dich schon immer geärgert hat und sei offenherzig und freundlich zu ihm.

Wenn Du die Erfahrung der tiefen Liebe gemacht hast, dann schreibe Deinem Vater oder Deiner Mutter einen kleinen Brief, eine sms oder eine Mail. Schreibe ihnen, dass Du sie liebst und dass sie eine tolle Mami ist, oder ein toller Papa.

Wenn Du die Erfahrung des Friedens gemacht hast. Wenn Du die Stimme der Stille in Dir vernommen hast, dann eröffne das Abendessen mit dem Satz: „Ein Moment der Stille“. Schließe genussvoll die Augen, atme dabei deutlich fühlbar den Frieden aus.

Was ich sagen will ist, dass Du Deine Erfahrungen teilen musst – aber nicht indem Du sie so erzählst, wie sie in Dir erschienen sind. Denn das wird meist niemand verstehen. Niemals wirst Du in Worte fassen können, was sich in Dir ereignet hat.

Wenn Du die Erfahrung gemacht hast, dass Glück Deine wahre Natur ist - dann gönne den Schweinen, Lämmchen und Fischen doch auch ihr Lebensglück und werde Vegetarier.

Innere Erfahrung soll in äusseres Verhalten transformiert werden - umgehend. Wie auch immer: Lass Deiner moralischen Intuition freien Lauf!

Dadurch wird sich alles ändern. Die ganze Kultur. Die Kultur der Herzen ist eine Kultur von Menschen, die ihre innersten Erfahrungen zum Leben erwecken.

Wenn Du die Erfahrung gemacht hast, wie EINFACH in Wirklichkeit alles ist - hör auf kompliziert in Deiner Beziehung zu sein.

Wenn Du die Erfahrung gemacht hast, wie ungeheuer tief die Liebe in jeder Deiner Körperzellen lebt - habe umwerfenden Sex und erfahre mit einem anderen Menschen, wie lebendig und voller Liebe Dein Körper wirklich ist.

Das ist ein künstlerischer Vorgang. Jeder Mensch hat kleine und große Erfahrungen – transformiere sie in Gesten, ein Lächeln, eine heroische Tat, edle Tugend oder guten Sex...oder einen Moment der Stille am Tisch mit Deinen Kindern.

Lass Spiritualität nicht in Dir allein sein, aber versuche sie auch nicht zu erklären, zu rechtfertigen oder theoretisch herzuleiten. Lebe sie auf Deine ART!
Nimm sie. Trage sie in Deinen Lebensalltag und beginne das soziale Kunstwerk. Jeder ist so ein Künstler.
Was Du dort in den Alltag und die Kultur bringst, das ist nichts weniger als das LEBEN selber. Denn welche spirituelle Erfahrung Du auch machst – es ist einfach immer das LEBEN. Das LEBEN ohne Gegenteil.

„Lebendig werdende Wissenschaft! Lebendig werdende Kunst! Lebendig werdende Religion! Das ist schließlich Erziehung, das ist schließlich Unterricht“ (Rudolf Steiner)


Spirituelle Erfahrungen können unser ganzes äusseres Leben radikal und nachhaltig verändern - wenn wir den Arsch hoch bekommen und der Welt authentisch zeigen, was sich in uns ereignet hat. ´´ben

„Wenn wir diese Verbindung in unserem eigenen Leben immer klarer erkennen, erweitert sich unser Verständnis von Spiritualität in dramatischer Weise und wird immer mehr Dimensionen des Lebens, der Welt und des ganzen Kosmos umfassen.“
Andrew Cohen

Jeff Koons, von dem das obige Bild ist, ist der Künstler, der diese Praxis am radikalsten praktiziert. Hier erklärt er sich.

Dazu wollen wir an diesem Wochenende inspirieren und uns inspirieren lassen:

"GEIST bewegt. Alles. – Mit Rudolf Steiner und Ken Wilber Dein ganzes Leben (r)evolutionieren.“

Michael Habecker (Integrale Spiritualität) Sebastian Gronbach (Anthroposophie), Stefan Stark (Tai Chi).

Von Freitag, 04.09, 16.00 Uhr, bis Samstag, 05.09. 13.00 Uhr. Ort: Haus der Anthroposophischen Gesellschaft - Kulturhaus OSKAR, Oskar-Hoffmann-Str. 25, 44789 Bochum. Teilnahmegebühr: 150,- Euro. Ermäßigt 125,- Euro. Anmeldung: sekretariat.gronbach@gmx.net