Samstag, 30. Mai 2009

Versprechen


Alles ist Fülle – dieses, jenes.
Aus Fülle wird Fülle geboren.
Wenn Fülle von Fülle genommen wird,
bleibt Fülle zurück.

Versprechen an die Erde:
O Mutter Erde, wir sind so dankbar, dass wir heute auf Dir gehen dürfen. Wir sind so dankbar, dass Du uns hilfst, unseren Lebensauftrag gemeinsam zu erfüllen. Bitte vergib uns im vorhinein, wenn wir Dinge tun, die nicht angemessen sind.
Versprechen an das Wasser:
O heiliges Wasser, dass uns reinigt und belebt. Lass uns in unserem Leben wie Ozeane der Gnade sein, so dass die heiligen Wasser der Liebe aus unseren Füßen sprudeln und die Liebe aus unseren Herzen fließt zum Wohle aller Wesen in der perfektest möglichen Weise.
Versprechen an das Feuer:
O heiliges Feuer, wir verbinden das Licht unserer Leben, das Licht unserer Seelen, um das Licht und die Freude größer zu machen in dieser Welt. Segne uns, o heiliges Feuer, mit Deiner Kraft für unsere Liebe.
Versprechen an den Wind:
O heiliger Geist des Windes. Wir verneigen uns vor Deiner Kraft. Lass unsere Herzen jederzeit weit offen sein und voller Liebe und Leben zum Wohle aller Wesen in der perfektest möglichen Weise.

Danke, Gott.

Donnerstag, 28. Mai 2009

Brennst Du?


Kannst Du auch in die Tiefe Gottes eintauchen, wenn meine Wort nicht die magische Form alter Zeiten annehmen, sondern in der Leichte des Alltags erscheinen? Brauchst Du wirklich diese alten Bilder um in eine spirituelle Stimmung zu kommen?

Was für eine Spiritualität willst Du? Eine die Dich in düstere-wohlige Stimmung bringt? Oder eine die Dich vor den Kopf stößt, in den Magen rammt und Dir die Augen aus dem Kopf reisst, damit Du endlich sehend wirst?

Wieviel Lust, Leichtigkeit und Glück bist Du bereit in das Leid der Welt zu tragen - durch Dich? Bedenke um was es geht: Darum, dass Du wirklich und wahrhaftig lebst. 

Bist Du Dir wirklich, wirklich sicher, dass Du weisst was es bedeutet das LEBEN selber zu sein? Bist Du Dir so felsenfest sicher, das leuchtende, ewige und alles erkennde Feuer gefunden zu haben? Gehst Du in diese Flamme, die Dich nie mehr in Frieden lässt - bis Du der Friede bist.

Es ist ein Unterschied, ob man sein Leben von verschiedenen Seiten beleuchtet, oder ob man sein Leben - also sich selbst - ins Feuer stellt. Wenn man sein Leben ins Feuer stellt, verändert sich alles. Sofort. 

Kannst Du das? Oder tust Du nur so? Das will ich wissen - alles andere ist mir gleichgültig. 
Real ore Fake - Rauchst Du noch, oder brennst Du schon?

BILD: Stefan Stark

Was nützt Erleuchtung?

Was nützt Erleuchtung? Dir und der Evolution? Wenn Du in der Erfahrung des Ungetrennten ruhst, gibt es nichts mehr ausserhalb von Dir. Wenn es nichts mehr ausserhalb von Dir gibt, kann Dich nichts mehr bedrohen. Wenn Dich nichts mehr bedrohen kann, ist Deine Angst verschwunden. Das ist doch schon mal was. Es gibt aber auch nichts mehr, was Dich vervollständigen könnte - darum stirbt auch jede Hoffnung. Die Hoffnung stirbt zuletzt und wenn die Hoffnung tot ist, bist Du frei.

Als Anthroposoph bin ein Fan des Manifesten. Ein Fan von Evolution, Entwicklung, vom Lernen und davon immer besser zu werden - zum Wohle aller Wesen. Manche Boomeritis-Buddhisten fragen mich: "Warum besser werden - ist doch bereits alles gut". Ich verweise dann auch die zwei Gesichter der Erleuchtung - es geht aber auch einfacher:

Ich bin Fußballfan. Mein Club - der 1.FC Köln - ist nicht abgestiegen. Ich habe ein Jahr gefiebert. Die Spieler, Fans und Vereine könnten sich das Leben viel einfacher machen: Sie könnten aufhören zu spielen. Keine Niederlagen mehr, keine Tränen, kein Abstiegskampf...Verstehst Du worauf ich hinaus will? 

Zu Fragen, warum tust Du Dir das alles an - Du könntest es doch viel einfacher haben, das ist, wie wenn Du Michael Phelps fragst, warum er wie ein Irrer im Becken rumschwimmt, er käme doch am Ende doch wieder am selben Beckenrand an.

Verstehst Du wie unsinnig solche Fragen sind? Sie sind solange unsinnig, solange man das einzige gültige Motiv missachtet: Die Liebe zur Tat. Weil’s Spaß macht. 

Mir macht es Spaß Motor der Evolution zu sein. Ich diene gerne.

Welche Rolle spielt in diesem Kontext Erleuchtung? Erleuchtung feiert die Erkenntnis, dass weder der Traum, noch der Albtraum des Lebens dasjenige berührt, was wir wirklich sind. 

Du musst Dir keine Sorgen mehr machen und darum kannst Du Dir endlich die Sorgen machen, die Du Dir machen willst. Oder wie Steiner sagt: "Wer aber im Geiste lebt, lebt frei. Denn er hat sich alles Untergeordneten entwunden. Nichts bezwingt ihn, als wovon er gerne den Zwang erleidet, denn er hat es als das Höchste erkannt."

Wenn Du im Letzten aufgehoben bist, kannst Du im Vorletzten alles aufs Spiel setzen. Du bist bereits beim Anpfiff unschlagbar.

Du kannst Dich total, radikal, unerbittlich und mit aller Kraft, dem ganzen Enthusiasmus und allem Todesmut auf das Spiel des Manifesten einlassen...Denn Du bist nicht das Spiel, nicht der Spieler und keines der endlichen Objekte.

Nachdem Rudolf Steiner mit 19 Jahren diese erwachte Dimension erfahren hatte, war er frei. Er war frei seine eigene Welt zu erschaffen. Er nannte sie Anthroposophie.

Ich kann mit Leib und Seele Anthroposoph sein und den anthroposophischen Traum und Albtraum leben, weil ich zutiefst und nachhaltig und täglich wachsend erfahren habe und weiter erfahre: 

Anthroposophie berührt nicht dasjenige was ich wirklich bin. Nichts berührt dasjenige was ich wirklich bin. 

Ich kann surfen, weil ich im schlimmsten Fall in mir selbst versinke...

Mein Angebot hier und anderswo: Nimm Teil an diesem inspirierenden Erfahrungsraum. Durch gemeinsame Workshops, Seminare und Meditationen – Whatever You need! You need nothing! You get what you need!

Ich gebe mein Bestes. Wie Michael Phelbs. Mit dem ganzen Wir-Olympia-Team. Ich will die (R)evolution der Anthroposophie - und am Ende steigen wir wieder aus dem Becken...die Wellen werden sich beruhigen...sie werden wieder diese spiegelglatte Wasserfläche sein...

Wir haben die Goldmedaille...Und es wird sich nie etwas ereignet haben... 

Erleuchtung ist der Coolness-Faktor Nr. 1! Erleuchtung ist Doping für die Evolution!

Rätsel an Rätsel stellt sich im Raum,

Rätsel an Rätsel läuft in der Zeit;

Lösung bringt der Geist nur,

Der sich ergreift

Jenseits von Raumesgrenzen und

Jenseits vom Zeitenlauf.

(Rudolf Steiner)

 Leben Dein endliches Selbst, doch ruhe dabei in der Unendlichkeit.

(Ken Wilber)

Mittwoch, 27. Mai 2009

Ego & Erleuchtung


Erleuchtung bedeutet alles zu verlieren was Du hast. Alles was Du denkst zu sein, wird sich in der Erleuchtung in Nichts auflösen. Dein vermeintliches tiefstes Ich, welches Dich von allen anderen Menschen unterscheidet, wird sich als Illusion erweisen. Deine ganze bisherige Lebensgeschichte wird Dir irrelevant – und das obwohl Du so fleissig und spirituell warst...Düstere Aussichten. Deinem Ego ist das bereits immer klar. Wenn das Ego eines weiss, dann dies: Erleuchtung überlebe ich nicht. Darum wird Dein Ego alles, wirklich alles versuchen, seinem sicheren Tod zu entgehen. Achte einmal darauf, welche Tricks es anwendet. 

Manche Egos sagen: „Es geht mir gar nicht um Erleuchtung – Erleuchtung ist mir piepegal. Mir geht es um...“ Und dann kommen alle möglichen Dinge, die sicherlich zu einem angenehmen Leben gehören und tatsächlich wichtig sind, aber letztlich doch nur den eigenen Sklavenkäfig aufhübschen.

Andere Egos sagen: „Ich brauche keinen Guru – ich kann mich selber befreien“. Was für ein Witz. Ein Ego was sich selber befreit ist so wahrscheinlich wie ein wilder Metzgerhund der zugunsten von anderen Metzgerhunden auf ein Stück Fleisch verzichtet.

Andere Egos sagen: „Ich brauche einen Guru – ich kann mich nicht alleine befreien“. Was für ein Witz. Ein Ego spielt das spirituelle Spiel und versucht sich auf diese Weise ins Paradies zu retten. Manche spirituellen Lehrer spielen dieses Spiel mit, andere jagen das ganze Theater in die Luft...

Andere Egos sagen: „Erleuchtung ist nicht möglich“. Sie müssen es immer wieder und immer wieder sagen, denn eine viel mächtigeres Schweigen als es alle Stimmen immer sind, tönt als lebendiger Widerspruch unerschütterlich dagegen an. Dieses Stille ist bereits immer erwacht. Sie ist Du.

Andere Egos sagen: „Alle sind bereits immer schon erleuchtet – ich bin also auch jetzt schon erleuchtet“. Das ist so wahr, wie der Satz: Mozart war ein Mensch, ich bin ein auch Mensch, also kann ich theoretisch genau so toll komponieren wie Mozart...Erleuchtung ist aber keine theoretische Frage. Es ist die einzig Nicht-Theoretische Frage.

Andere Egos sagen: „Erleuchtung ist was für Spinner“. Das ist fast mein Lieblingsargument. Ich sehe mir dann diese vernünftigen Leben an, verwirrt in Emotionen, Gedanken und Vorstellungen über Gott und die Welt, ich sehe diese Verzweiflung und die Albträume. Der Schweiss, der hinter den mühsam hochgehaltenen Masken herunterrinnt...Und ich denke: Was für ein Glück ein Spinner zu sein.

Andere Egos sagen: „Ich bin noch nicht so weit...“ Als gäbe es irgendeinen Tag, an dem das Ego sagt: Ok – jetzt kannst Du mich in die Luft jagen. Noch nicht so weit so sein, klingt nach Bescheidenheit, ist aber nichts weiter als Trick 17.

Andere Egos sagen: „Ich habe ein anderes Konzept vom Ego – in meinem Konzept verwandelt sich das Ego selber...und ist gar nicht so böse.“ Das ist auch sehr trickreich. Tatsächlich argumentiert das Ego hier aus der psychologischen Ecke heraus und im psychologischen Sinne ist das Ego auch gar nicht böse, sondern sogar sehr nützlich...Aber wir argumentieren hier nicht aus dem psychologisch Relativen heraus, sondern vom spirituell Absoluten her.  
Andere Egos sagen: „Du sprichst immer von Erleuchtung, aber wenn Du wirklich erleuchtet wärst, dann wärst Du so und würdest das tun und jenes sagen und Dich so verhalten...Und überhaupt: Das ist die falsche Erleuchtung, richtige Erleuchtung geht so....“. Das ist mit Abstand mein Lieblingsego. Menschen haben Vorurteile. Sie kommen mit fertigen Konzepten und Vorstellungen an. Sie meinen Erleuchtung gibt einem irgendeine neue Erkenntnis, oder verschafft einem eine innere Bereicherung.

In Wirklichkeit zerstört Erleuchtung nicht nur Erkenntnisse und Erfahrungen, sondern vor allem denjenigen der diese Erfahrungen und Erkenntnisse machen kann - mehr noch: Es war nie jemand da, der Erfahrungen machen konnte.  Aber wer nicht in das unerleuchtete Konzept hineinpasst, der kann nicht erleuchtet sein. Ich mag Oshos Satz dazu: „Kein Erleuchteter passt mit euren unerleuchteten Vorurteilen zusammen – es ist ausgeschlossen.“

Die beste Möglichkeit Dir bewusst zu werden, mit welchen Mitteln Dein Ego gegen das letztlich unvermeintliche Erwachen, gegen die Erleuchtung und gegen seinen eigenen Tod ankämpft, ist dieses: Schau Dir an, was Du zu Erleuchtung denkst. Wie Du Erleuchtung fühlst, was Du darüber sagst. Verschaffe Dir ein Bewusstsein von Deinem Verhältnis zur Erleuchtung.

Dienstag, 26. Mai 2009

Kommunion der Autarken


Wie unterscheidest Du das neue WIR vom alten WIR? Es gibt zwei sehr klare Unterscheidungsmerkmale: Das erste Kriterium ist dieses: Wenn Du das Gefühl hast, dass Du in der Gemeinschaft mit Deiner kreative Autonomie freudig begrüßt wird, wenn Du in Deiner originellen Individualität bestärkt wirst, wenn Du als starke Mann, oder als mutige Frau Dein jeweils Bestes für die Gemeinschaft geben kannst und wenn Du wirklich spürst, dass Du Dich in das WIR hinein befreist und doch ganz DU sein darfst, wenn Du wirklich als Persönlichkeit Plus* herausgefordert bist, dann bist Du im neuen WIR. 
Das zweite Kriterium scheint dem zu widersprechen: Alle Grenzen zwischen Dir und der Gemeinschaft fallen weg und eine nahtlose Verschmelzung tritt ein. Alle Gräben des Narzissmus hören auf zu existieren, die Abgründe der Egos verschwinden – das höhere WIR bildet das Band und das Feld einer flimmernden Entität entsteht zwischen den Menschen. Doch diese Verschmelzung geht erstaunlicher Weise nicht auf Kosten Deiner Autonomie.
Das neue WIR wird Dich immer auffordern Deine Bestes zu geben, den ultimativen Einsatz zubringen und Deine ganze heroische Individualität zur Verfügung zu stellen. Du wirst spüren, es geht nicht um Dich, aber es kommt absolut auf Dich an. 
Hab keine Angst ein Held zu sein. Feier die Kommunion der Autarken.
"Es ist nicht der eine und der andere und der Dritte, sondern etwas ganz Neues, was durch die Vereinigung entsteht...
Geben wir uns in der Bruderschaft auf, so ist dieses Aufgeben, dieses Aufgehen in der Gesamtheit eine Stählung, eine Kräftigung unserer Organe. 
Das ist das Geheimnis des Fortschritts der zukünftigen Menschheit, aus Gemeinschaften heraus zu wirken."
 (Rudolf Steiner, 23.11.1905, Berlin)
* "Persönlichkeit Plus" ist ein Anlehnung an ein Wort Ken Wilbers. ("Eine Persönlichkeit mit einem Pluszeichen, nicht mit einem Minuszeichen" Es ist der erleuchtete Mensch, dessen Leere zur Fülle wird. Dessen erwachten Leben nichts von der "Poesie und der Begeisterungsfähigkeit eingebüßt hat" (R.Steiner). Leerheit bedeuet, dass man mehr Zuneigung empfinden kann - nicht weniger. Persönlichkeit Plus ist der erwachte Mensch, der sich nicht in die Leere fallen lässt, sondern aus dieser Leere heraus alles neu macht. Er gibt nicht auf - er gibt sich hin. 
Wenn der Gott sich in einer moralisch hoch entwickelten und fähigen Persönlichkeit seiner selbst bewusst wird, dann nenne ich das eine "Persönlichkeit Plus". 
Es ist die INDIVIDUALISIERUNG des EINEN im einzelnen Menschen. In jedem Menschen ist exakt das selbe EINE - es drückt sich jedoch je nach Persönlichkeit unterschiedlich aus. Das EINE müssen wir nicht entwickeln. Es ist EINFACH DAS. Entwickeln müssen wir diese Persönlichkeit, in dem das EINE einen immer höheren Ausdruck finden will - das Auto des EINEN
Der Himmel auf Erden.

Samstag, 23. Mai 2009

Wege zum WIR

Ich saß an den letzten Seiten meines ersten Buches und wusste plötzlich, welches das letzte Wort sein musste. Kein anderes Wort, als das Wort WIR durfte am Ende dort stehen. Und tatsächlich steht am Ende des Buches dieses WIR – mehrere Zentimeter ist dieses WIR groß. Überdimensional. Ich wusste in diesem Moment, als ich das Wort schrieb: Mein Buch ist nur ein Vorwort.. 

So endet MissionenIst es auch ein Anfang? Ein Anfang vielleicht, der etwas mit der dritten Freiheit zu tun hat? Der Freiheit, die sich nicht nur zwischen links oder rechts entscheiden kann, sondern die sich aus dem Gewordenen heraus entscheidet, eine völlig neue Geschichte zu schreiben. Diese Geschichte wird auch ein Kampf sein. Und ein Lieben. Das entscheiden Sie. Und ich. Wir.

Nun – während des ersten Wedding-Retreats – hat sich hier ja einiges getan. (Wow!!!) Wenn ich die Beiträge richtig verstehe, dann ging es immer wieder und ganz zentral um dieses neue WIR.

Was ich dabei wohl ausserdem verstanden habe ist dies: Das Thema des WIR ist ein harter Brocken. „Der Reichtum und die Komplexität dieses WIR ist einfach umwerfend...und doch existiert es. Und wir können uns verstehen – Sie und ich, wir können uns gegenseitig verstehen! Wie immer das passiert, es ist ein Wunder, ein absolut erstaunliches, umwerfendes Wunder...Und doch existiert es tatsächlich...“

Wenn Ken Wilber so über dieses WIR spricht, dann versetzt mich das in eine Demut. Und aus dieser Demut heraus pulst etwas...etwas, ohne das die WIR-Revolution im Sand verlaufen würde...Etwas, was ich Gott Sei Dank, seit meiner Kindheit erfahren durfte. Etwas, was auch Teil der Anthroposophie ist. 

Vielleicht zucken gleich einige von Euch ärgerlich zusammen, wenn sie von diesem Puls berührt werden. Er scheint so wenig zu der Ich-Bin-Vision zu passen, die wir hier oft (und zu recht) feiern. Diese Vision des ersten Gesichts Gottes, wo wir alle Gott in uns spüren, als eine exstatische Erfahrung der eigenen Göttlichkeit. Dieser Puls, von dem ich gleich spreche, scheint auf den ersten Blick nicht zu dem beliebten und auch wunderbaren Naturglauben zu passen, wo die Göttin und Gott sich in der Natur und allem Sein des Lebens entfalten – wir nennen dies das dritte Gesicht Gottes. In Wirklichkeit gehören alle drei GesichterGottes zusammen. 

Dieser Puls, der in der Demut und Devotion pocht und dort gleichzeitig seinen würdigsten Ausdruck findet, ist der GEIST in der zweiten Person.

Es ist das zweite Gesicht der Göttin, es ist der Gott, es ist das große DU, vor dem ich die Augen niederschlage und demütig auf die Knie sinke – es ist Vater-Unser-im-Himmel. Es ist Herr-vergib-uns-unsere-Schuld. Es ist der große Horizont-Gott, die ewig ferne Horizont Göttin.

Ein Horizont-Gott hält, wie der Horizont, immer Abstand zu uns. Er kümmert sich nicht um unser Tempo, er bleibt immer vor uns, immer VorBild.

Es ist der große GEIST, der ich nie war, nie sein werde und nie bin. Der große Gleichmacher durch Andacht, der Zerstörer des Egos, vor dem das Ego sich in Demut in den Staub wirft und sich auflöst in Leerheit.

Für mich – und ich werde das, sobald ich dazu Zeit finde, Stück für Stück und mit Euch zusammen entwickeln - hängt viel davon ab, wie reif wir uns diesem Thema stellen. 

Wenn wir diesen Knoten lösen, wird uns auch die herrschende Guru-Phobie, wie ein albernes Kapitel aus unserer Jugend vorkommen. 

Wir werden dann alle diese furchtbaren und verderblichen Schatten und alle Problme und Sünden eines spirituellen Lehrer beleuchten und dann doch die Wahrheit in diesen Worten Steiners begreifen: "Ein Lehrer muss bei der Einweihung immer dabei sein: Eine ernsthafte Einweihung ohne Lehrer gibt es nicht. Wer das behaupten wollte, würde etwas ebenso törichtes sagen, wie jemand der die Geburt eines Kindes ohne das Zusammenwirken der beiden Geschlechter als Möglich erachtete. Die Einweihung ist ein geistiger Befruchtungprozess. Wenn dieser nicht in dem Dualverhältnis zwischen Lehrer und Schüler herbeigeführt würde, so wäre das sogar ein schädlicher Vorgang." (Rudolf Steiner GA97) 

Wir müssen tatsächlich einmal in Ruhe und mit aller Anstrengung auf diese Rolle schauen...Blicken wir doch vorher einmal GEMEINSAM auf das HÖCHSTE - jenseits von uns. Meine Seminare und Workshops zu diesem Thema des WIR, hätten immer die Andacht an das externe Du. 

Dieses Du ist das große und göttliche DU, aber auch das kleine Du in jedem Mitmenschen, der uns immer auch ein unfassbares Rätsel ist, welches wir niemals ganz verstehen. WIR brauchen immer diesen Rest-Respekt vor dem Geheimnis des Lebens im Gegenüber. WIR sind angewiesen auf die Gnade und die Vergebung durch unseren Nächsten. Auch Dir gegenüber will ich Andächtig sein.

Das neue WIR braucht den Moment der Andacht und der absoluten Würdigung der Autorität ausserhalb von mir. Den Augenblick der demütigen Devotion. Diese Devotion ist alles was wir noch haben - "Devotion wird zu Opferkraft". (Rudolf Steiner). Was haben wir zu opfern? Unser mühsam erworbenes Ego! Und nur wer es erworben hat, soll davon sprechen, dass er es opfern kann...Man muss erstmal was haben, bevor man was loslassen kann...Und nur wer gelernt hat die Hände zum Gebet zu falten, wird in der Lage sein, die Hände zum Segen zu erheben...

Das Wunder WIR – es beginnt mit restloser Hingabe an das große Du, das große Ihr. An den leuchtenden, ewig gebenden Gott. Die unerschöpfliche Göttin, der ich mich in Liebe, Andacht Opfer und Erlösung hingebe.

DU unerreichbarer Horizont-Gott, DU ewig ferne Horizont Göttin: Ich bin NICHTS. DU bist ALLES. 

Es erfüllt mich immer wieder mit einer großen Ehrfurcht, wenn ich im täglich gebeteten Vater-Unser, diesen Aspekt würdigen darf. Ich halte mir stets vor Augen, dass in der großen Ich-Bin-Mythologie des Christentums, das Ich-Bin-Symbol-Christus, diesen Text gesprochen und gelehrt hat. (Übrigens ist von Rudolf Steiner bekannt, dass er abendlich diesen Text als große Du-Meditation gesprochen hat). 

Das einzige was ich im Anblick dieser lichtvollen GUTEN DU tun kann, ist dieses GUTE lieben bis es schmerzt. ES lieben bis über alle Ewigkeit hinaus. SIE lieben bis diese Liebe mich verzehrt hat, IHN lieben bis diese Liebe nichts mehr von mir übrig gelassen hat.

Das neue WIR – das ist meine tiefe Überzeugung – beginnt mit dieser Hingabe an das himmlische Antlitz, welches immer über mir steht.

„Dieser Große Gott, diese Große Göttin, die mir in diesem Augenblick ihr Antlitz zeigen, die in diesem Augenblick zu mir sprechen, die sich mir in diesem Augenblick offenbaren als Kommunion mit einem Du im heiligen Wir, ist GEIST in der Seinsform seiner zweiten Person.“ Ken Wilber 

Knie nieder Mensch...Was denkt Ihr, was passiert, wenn sich nicht jeder für sich niederkniet - was denkt Ihr mag passieren, wenn WIR UNS GEMEINSAM niederknien

WIR in Demut...Die Ego-Massenvernichtung. 

Freitag, 15. Mai 2009

Die zwei Gesichter der Erleuchtung

Andrew Cohen - ein spiritueller Lehrer der Gegenwart - beschreibt in einem kurzen Zitat den Inhalt, die Intention und die Aufgabe der Anthroposophie. Er spricht hier zwar über die zwei Gesichter der Erleuchtung, aber er beschreibt eben auch sehr klar, was das Herzanliegen Rudolf Steiners war.

"Es gibt zwei grundlegende Erfahrungen von Erleuchtung: Einfach gesagt ist eines die befreiende Offenbarung, dass alles immer vollkommen ist, wie es gerade ist - zu jeder Zeit, an jedem Ort, unter allen Umständen. Darin steckt ein tiefgreidfendens Loslassen von Angst und Bindung.

Die andere ist, was ich die evolutionäre Aufgabe genannt habe, die durch das spirituelle Erwachen aktiviert wird.

Man erfährt sie als eine machtvolle Forderung nach Evolution und Transformation hier und jetzt um des Lebens selber willen.

Dieses scheinbare Paradox - das alles schon vollkommen ist und das sich alles verändern muss - ist das vollständige Bild dessen, worum es bei Erleuchtung geht."

Ich kenne keine nicht-anthroposophischen Worte, die besser beschreiben, was Anthropsophie sein will und sie chrakterisieren ebenfalls meine Erfahrungen und somit das, was ich will.

Absolut und Relativ
Warum gibt es überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts? Weil Gott nicht nur ein SEIN ist, sondern auch ein WEREDEN ist.


(So und jetzt mache WEDDING-RETREAT Teil 1)

Der Erzengel Michael und die Bananenschale

Gibt es den Erzengel Michael wirklich? „Im Grunde ist es so“, schreibt Jelle van der Meulen in Herzwerk über Christus – und könnte dies auch über einen Erzengel geschrieben haben – er „existiert lediglich, wenn wir wollen, dass er existiert. Wenn wir nicht wollen, dass er existiert, gibt es ihn nicht.“ Hat sich Steiner diesen „Michael als den feurigen Gedankenfürsten des Weltalls“ nur ausgedacht, hat er ihn nur erfunden? Das Falsche in dieser Frage ist das Wort „nur“.

Er hat ihn erschaffen. Als Träger einer Idee, die noch nicht stark genug war, unabhängig von diesem mächtigen Ideenträger zu existieren.

Poesie wird Wirklichkeit. Eine mythologische Gestalt wird eine mystische Tatsache, und die Wahrheit ist „niemals eine Abspiegelung von irgendeinem Realen, sondern ein freies Erzeugnis des Menschengeistes, das überhaupt nirgends existierte, wenn wir es nicht selbst hervorbrächten“, so Steiner zu seinen Schöpfungen.

Er war, was alle großen Philosophen waren, die mit ihren Weltbildern die Zeit geprägt haben und deren Ideen nur in diesen farbigen Bildern ihre volle Wirkung entfalten konnten. Steiner selbst beschreibt sich wie folgt: „Alle wirklichen Philosophen waren Begriffskünstler. Für sie wurden die menschlichen Ideen zum Kunstmaterial und die wissenschaftliche Methode zur künstlerischen Technik.“

Die Erzengel, die Widersachermächte Luzifer und Ahriman, die Elementarwesen, am Ende auch Christus, das alles sind Steiners geniale und poetische Beschreibungen spezifischer Formen und Zustände der menschlichen Innenwelt. Es ist die wissenschaftliche Methode der Versinnbildlichung, ein Kunstgriff, um komplizierte menschliche Ideen in eine populäre Form zu gießen, mit denen wir über das Denken hinaus eine lebendige Beziehung eingehen können. 

Ideen finden so den Weg in unsere Seele.

Aber am Ende bin alles nur ich und in mir ist alles. Oder wie Steiner sagt: „Die Ideenwelt ist mein Erlebnis. Sie ist in keiner anderen Form vorhanden als in der von mir erlebten.“

Wer über geistige Wesen spricht, spricht über sich, über sein Seelenleben, über seine verschiedenen Bewusstseinsstufen. Und natürlich ist alles in uns aktiv und dynamisch – weil ich es bin, weil ich aktiv und dynamisch bin.

Natürlich sind die Erzengel und Widersachermächte echte, lebendige Wesen – weil ich ein echtes, lebendiges Wesen bin.

Wenn wir sagen würden, Steiner habe das „nur“ erfunden, dann kastrierten wir die künstlerische Macht des Wortes, die reale Wirkungskraft des Denkens und die Schöpferkraft des Bewusstseins. Am Anfang war das Wort … und das Wort wurde Fleisch. 

Es gibt keine geistige Welt, wenn wir sie nicht erbilden. Der gesamte Inhalt der Anthroposophie existiert nicht für sich und unabhängig von einem schöpferischen Bewusstsein. Er verdankt sich dem „freien Erbilden der geistigen Welten“ – so Steiner.

Gibt es den Erzengel Michael wirklich? Es gibt ihn, wenn Sie wollen, dass es ihn gibt.

Vor uns erhebt sich nun dieses Wesen, dieser Erzengel, und es ist an der Zeit, zu erkennen, dass dieses Wesen für etwas steht.

Darin stecken zwei Wahrheiten. Die erste Wahrheit lautet: Er steht als Träger da. Als Überbringer.

In einem anderen Diskurs würde man sagen, dass er als Symbol, als Gleichnis dasteht. Ist der Erzengel Michael nur ein Symbol?

Er ist ein von Steiner, von mir, von Ihnen erschaffener Repräsentant einer Idee.

Er ist Wesen, weil Steiner, ich und Sie es wollten, und er ist nur Symbol, wenn wir die Beziehung zu ihm beenden.

Genau das ist für mich die zweite Wahrheit: Es ist Zeit, diese Beziehung zu beenden. Weil er für etwas steht, aber dieses Etwas, diese Idee, dasjenige, was der Träger durch die Zeit trug, muss nun meine Sache werden. Nicht nur, weil die Idee stark und erwachsen und in genügend Menschen angekommen ist, um sich nun in moderner Form zu repräsentieren. Nein, diese Idee droht auch in diesem klassischen, mythologischen Trägermaterial unwirksam zu werden.

Weil Inhalt Form und Form Inhalt ist, wirkt ein Inhalt, der an eine veraltete Form gebunden ist, heute uneffektiv und repräsentiert nicht mehr, was er einmal sein wollte.

Die ideelle Software hat sich in den Jahrzehnten immer wieder upgedatet, ist von verschiedensten Menschen in ihren Systemen verwendet worden, aber die Hardware kommt immer noch in einer Gestalt daher, die außerhalb einer anthroposophischen Hardcore-Szene keinerlei Marktchancen hat.

Noch ganz am Ende seines Lebens hat Steiner in seinen Anthroposophischen Leitsätzen darauf hingewiesen, dass man „in alten Lehren die Macht, aus der die Gedanken fließen, mit dem Namen Michael bezeichnet“ hat. Dann, lakonisch bis zum Gehtnichtmehr:

„Der Name kann beibehalten werden.“ Der nächste Satz sagt aber schließlich alles: „Dann kann man sagen …“, jetzt macht Steiner einen Doppelpunkt und fängt wieder an, seine Geschichten zu erzählen.

Alle lauschen jetzt den Abenteuern des Erzengels, und keiner erinnert sich mehr an die Einleitung: Wenn man den Namen aus alten Geschichten benutzen will, dann geht die Geschichte so …

Zum x-ten Mal und bis zum letzten Atemzug sagte er, dass Michael ein Name für, ein Symbol für, ein Code für etwas ist. Dieses Etwas ist aber kein Wesen. 

Wer an Michael als Wesen glaubt, betet die Bananenschale an und vergisst, dass sie nur die Frucht hält und bewahrt. Will man aber an die Frucht, an die Vitamine, dann muss man die Schale abmachen, auf den Kompost werfen und in die Banane beißen.

Aus: Sebastian Gronbach: Missionen 

Was ist der Ideeninhalt von MICHAEL? - sorry Freunde...Lest mein Buch...Und können wir jetzt bitte mal in der Postmoderne ankommen um diese möglichst schnell wieder zu verlassen, ja? Aber nach OBEN verlassen, nicht nach UNTEN. Trans - nicht Prä. Danke.

No Fate

Das nämlich ist die Antwort auf die größte Frage. Die Frage nach dem Warum, nach dem Ziel, nach dem, worauf wir hinwirken. Das große Wieso? Weshalb? Warum? Die Frage nach dem Sinn des Lebens. Und die Antwort ist das schönste, wertvollste und größte geschenkte Abenteuer, welches uns gegeben ist. Die Antwort ist: Es gibt keine Antwort.

„No Fate“ – kein Schicksal“ ritzt Sarah Connor in "Terminator" ins Holz und macht sich auf den Weg, das unabwendbare Schicksal zu wenden. So wie sie es will und mithilfe des Terminators. Der Maschine, die Mensch wird. Das starre System, welches sich selbst überwindet.

No Fate, aber eine Philosophie der Freiheit, als ein radikales Bekenntnis zum Monismus, als ein Plädoyer für die Individualität, einen Wegweiser zum Gottsein des Menschen; und als die Aufzeichnung der Selbsterkenntnis Gottes.

Die Mensch-Maschine hört auf, nach Gesetzen und Normen zu funktionieren, sie hört auf, einem externen Programmierer zu gehorchen, die Mensch-Maschine will nun selbst sein – der Terminator wird Mensch:

„Der Mensch hat nicht den Willen eines außer ihm liegenden Wesens in der Welt, sondern seinen eigenen durchzusetzen; er verwirklicht nicht die Ratschlüsse und Intentionen eines andern Wesens, sondern seine eigenen.“ (Rudolf Steiner, Philosophie der Freiheit)

Das Menschenleben „hat nur den Zweck und die Bestimmung, die der Mensch ihm gibt. Auf die Frage: Was hat der Mensch für eine Aufgabe im Leben?, kann der Monismus nur antworten: Die, die er sich selbst setzt. Meine Sendung in der Welt ist keine vorherbestimmte, sondern sie ist jeweilig die, die ich mir erwähle. Ich trete nicht mit gebundener Marschroute meinen Lebensweg an.“ (Ebd.)

Der Lebensweg ist auch keine Entdeckungsreise, auf der ich mal schaue, was der Tag so bringt, sondern ein Schöpfungsakt.

Was treibt mich an? Was soll ich tun? Was soll ich schöpfen? Das was ich liebe. Das was mir Freude macht. Es ist die „Liebe zur Tat“, die Steiner als einziges Motiv des freien Menschen gelten lässt...

Es ist die überschwängliche Freude daran zu werden

„Warum?“ „Warum nicht? – Weil ich es liebe!“ 

"I'll be back – Ich komme wieder " (Jesus Terminator)

Donnerstag, 14. Mai 2009

Meditieren im Phantasialand

Seit ich mit Menschen meditiere – ob in aller Öffentlichkeit, oder im Rahmen von Kursen, oder einfach Zuhause – erlebe ich ein Missverständnis. Es besteht darin, dass Menschen versuchen die heilige Stille in den Affenzirkus ihrer Gedanken und Gefühle zu bringen. Doch das ist schlichtweg unmöglich. Gedanken und Gefühle lassen sich zwar dressieren wie Affen, und das ist auch ok und gesund, aber das hat nichts mit Meditation zu tun. Meditation ist anders.

Die Fähigkeit den Affenzirkus unter Kontrolle zu halten, ist eine tolle Fähigkeit. Es ist die Fähigkeit der Gedanken-, und Gefühlskontrolle, die Meisterschaft der Konzentration. Es ist eine der Disziplinen im spirituellen Parcours (nicht nur) des anthroposophischen Einweihungsweges.

Natürlich kann es Dir gelingen, den Affenzirkus zum Schweigen zu bringen. Du kannst es schaffen, dass Dein Kommando: „Ruhe hier im Affenzirkus!!!“ befolgt wird...Aber diese Ruhe ist ein Ergebnis von Disziplin und Konzentration...Sie hat nichts mit der heiligen und abgründigen Stille der Meditation zu tun.

Das große Missverständnis liegt darin, dass man wahre Stille niemals produzieren kann. Denn wirkliche Stille ist immer schon da. Meditation ist der einfache und anstrengungslose Schritt in diesen Raum der ewigen Stille. Dieser Schritt verlangt alles von Dir – er verlangt, dass Du absichtslos diesen einen Schritt gehst. Ohne Wunsch und Ziel. Der einfache Schritt, der sich in Stille auflöst.

Du musst nicht ruhig werden – Du kannst niemals ruhig werden. Selbst wenn Deine Gedanken ruhig sind, rast noch Dein Blut, Dein Herz schlägt, Deine Nieren säubern und Dein Darm verdaut...Vergiss alle Versuche wahrhaft ruhig zu werden.

Denn in Wirklichkeit wird Dir das niemals gelingen. Sowenig das Wasser nass werden kann, sowenig kannst Du ruhig und still werden. Einfach darum, weil Du in Wahrheit immer schon ruhig und still bist. "Meditation is not a way of making your mind quiet. It is a way of entering into the quiet that is already there", sagt Deepak Chopra. 

Wenn alle Vorstellungen und wenn alle Unwissenheiten verschwinden, dann erkennst Du, dass alle diese Unwirklichkeiten nie existierten. Und die Wirklichkeit, die Du immer so verzweifelt vermisst hast – sie hatte niemals aufgehört da zu sein. Du wirst nun zwar über die Täuschungen und Illusionen lachen – aber niemals verächtlich. Du wirst sie staunend und demütig als das weitaus größere Wunder erkennen, als es Erleuchtung jemals sein wird.

Jeder (spirituelle) Fortschritt wird sich nun als Illusion erweisen. Nur ein weiteres Spiel im Affenzirkus. Alle Wesen – nur Puppen im Wesenszoo. Alle Sterne ausgedacht. Phantasialand.

Erleuchtung ist so simpel – einfach nur so. Klack. Hell. Alles gut. Einfach das. Einfach Erleuchtung. Nichts besonderes. Aber Phantasialand – das ist das wahre Wunder. Früher hast Du an Wunder geglaubt. Du dachtest, die wahren Wunder wären hinter diesem lauten Affenzirkus – jetzt erkennst Du, dass der Affenzirkus selber das größte Wunder ist. Du selbst, ein wundervolles Geschöpf Deiner eigenen Phantasie. Dein Schreien – ein Kreischen auf der gut konstruierten und vom TÜV geprüften Achterbahn...Meditation lehrt Dich: Du bist niemals wirklich in Gefahr. Das befreit Dich absolut! Meditation befreit Dich von und macht Dich frei für ..ein immer besseres, ein höher entwickeltes Phantasialand. Zum Beispiel. 

"Die Frage lautet: Warum? 

Die Antwort lautet: Warum nicht?" (JedMcKenna)

Meditation brachte keine Stille in die Affen im Zirkus. Meditation war der Weg aus dem Affenzirkus heraus. Ein kreischender Affe weniger. Der Durchgang aus dem Phantasialand. Du bist nun an den Ort zurückgekehrt, den Du nie verlassen hast. Die Stille. Der Friede. 

Die Stille - die war, bevor Dein Herz angefangen hat zu schlagen. Die Stille -  die da sein wird, wenn es aufhört zu schlagen. Die Stille - die jetzt ist. Zwischen den Herztönen.

Horche auf die kleine Stille zwischen Deinen Herztönen – da findest Du ein weites Herz aus kristallklarer Stille. Dein kleines Herz wird eines Tages seinen letzten Ton schlagen. Es ist diesem Moment nie näher gewesen als in diesem Augenblick. Jetzt ist es seinem Ende noch näher...und näher...Stopp!...Es wird dann so sein, als wäre nie ein Geräusch da gewesen. Kein Affenzirkus. Kein Phantasialand. Keine Meditation. Unerreichbar. Immer da. Nicht entstehend. Nicht vergehend. Nicht einmal schwankend: 

Das weite, stille Herz. Ruhe in Frieden.

Urselbst

Von dem alles ausgegangen,

Urselbst

Zu dem alles zurückgekehrt,

Urselbst

Das in mir lebt –

zu dir strebe ich hin.

(Rudolf Steiner)

Meditieren im Phatasialand? Da kommt mir doch eine neue Idee für eine ÖKOMED!